Laut dem IW planen die Unternehmen angesichts des Konjunkturrückgangs bereits vorsichtiger (Bild:

Laut dem IW planen die Unternehmen angesichts des Konjunkturrückgangs bereits vorsichtiger (Bild: Thomas Reimer - Fotolia).

BERLIN (Dow Jones/ks)–”Wir gehen davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2012 um rund 1% zulegen wird”, erklärte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in einem Statement zu der Herbst-Konjunkturumfrage, für die laut dem arbeitgebernahen Institut fast 2.600 Unternehmen befragt wurden.

Die Ergebnisse der Umfrage signalisieren laut Hüther “eine deutlich nachlassende Dynamik der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr und damit eine gestiegene Rezessionsgefahr, aber noch keine Rezession”. So gehe rund die Hälfte der Unternehmen davon aus, dass ihnen das nächste Jahr konstante Geschäfte beschere. Rund 31% erwarten laut IW für das Jahr 2012 sogar einen Produktionszuwachs, während annähernd 19% mit einem Minus rechnen. Die Produktionserwartungen hätten sich allerdings deutlich eingetrübt, betonte Hüther. Im Frühjahr 2011 hätten noch 61% eine Zunahme erwartet.

Derzeit gebe es erste Anzeichen einer Strategie verzögerter Planungen bei den Unternehmen, konstatierte der IW-Direktor. Ob daraus eine tiefe Rezession folgen werde, hänge entscheidend davon ab, ob es den Politikern in Europa gelinge, die Erwartungen eines Fortbestandes der Europäischen Währungsunion zu stabilisieren. “Wir gehen davon aus, dass die Politik die Herausforderung erkannt hat und an ihrem Willen zur Lösung keine nachhaltigen Zweifel aufkommen lässt”, sagte Hüther. Die jüngsten Entscheidungen der europäischen Staats- und Regierungschefs wiesen in die richtige Richtung.