Das Bundeskartellamt hat die Frist zur Überprüfung des geplanten Eisenerz-Joint-Venture der beiden Bergbaukonzerne BHP Billiton und Rio Tinto erneut verlängert.

DÜSSELDORF (DJ/gk). Bis zum 31. Oktober will die Behörde über das Vorhaben befinden, wie ein Sprecher am Montag auf Anfrage sagte. Man benötige noch mehr Zeit, um die relevanten Märkte zu analysieren, begründete er die Entscheidung.

Ursprünglich wollte das Amt bis zum 25. Mai eine Entscheidung treffen, hatte diese Frist dann Anfang April aber bis Ende Juli verlängert. Eine weitere mögliche Ausdehnung des Zeitrahmens wurde unter Hinweis auf die Komplexität des Verfahrens bereits vor zwei Monaten nicht ausgeschlossen.

Die britisch-australischen Konzerne Rio Tinto plc und BHP Billiton Group hatten im vergangenen Sommer die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmen in der Eisenerzförderung in Westaustralien vereinbart. Damit wollen die beiden Unternehmen Sparpotenziale von mehr als 10 Mrd Dollar realisieren.

Neben dem Bundeskartellamt prüfen auch andere Kartellbehörden derzeit das geplante Joint-Venture, darunter die Europäische Kommission. Die Brüsseler Behörde will prüfen, ob der Wettbewerb in der Europäischen Union durch das Vorhaben beeinträchtigt würde. Einen Zeitplan für dieses Verfahren gibt es nicht.

Die Stahlhersteller haben einzeln oder über entsprechende Industrieverbände große Bedenken angemeldet. Zusammen mit der brasilianischen Vale beherrschen Rio Tinto und BHP rund 70% des Weltmarkts für Eisenerz. Ihre Marktmacht zeigten die Konzerne zuletzt, als sie erstmals seit Jahrzehnten die Praxis von Jahreslieferverträgen aufkündigten und stattdessen den Stahlherstellern nur noch für ein Quartal einen festen Preis versprachen.