Japans Regierung könnte nach Aussage von Premierminister Naoto Kan die Wirtschaft mit anderen Maßnahmen als durch höhere Staatsausgaben beleben.
TOKIO (Dow Jones/gk).  “Natürlich müssen wir neue Haushaltsausgaben erwägen”, sagte Kan nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo vom Freitag. “Es ist aber möglich, unabhängig von der Ausgabenpolitik die Binnennachfrage anzutreiben oder die Konjunktur zu beleben.” Kan verwies auf die Möglichkeit, die Visaregeln für chinesische Touristen zu lockern, was Beobachtern zufolge die japanischen Einzelhandelsumsätze in die Höhe treiben dürfte.

Das Wachstum der japanischen Wirtschaft war im zweiten Quartal nahezu zu einem Stillstand gekommen, was die Erwartung neuer Konjunkturhilfen in Japan geschürt hat. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um lediglich 0,1% gegenüber dem Vorquartal zu, nach plus 1,1% im ersten Jahresviertel. Gründe für die Wachstumsverlangsamung waren ein stagnierender privater Konsum und ein schwächerer Anstieg der Unternehmensinvestitionen. Vor dem Hintergrund einer starken Yen-Aufwertung verlangsamte sich auch der Anstieg der Exporte – der wichtigste Wachstumstreiber der japanischen Wirtschaft.