Der aggregierte Sammelindex im Bereich Einkauf, der auf dem Produktionsindex für das verarbeitende Gewerbe und dem Index des Dienstleistungsbereichs basiert, verringerte sich auf 55,4 Zähler von 57,8 im Vormonat, womit der niedrigste Wert seit sieben Monaten markiert wurde.

LONDON (DJ/gk). Die Geschäftsaktivität in der Privatwirtschaft des Euroraums hat sich im Mai deutlich stärker abgekühlt als erwartet. Zugleich machte sich ein abgeschwächter Preisdruck bemerkbar. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes fiel auf 54,8 Punkte von 58 im Vormonat und erreichte damit den niedrigsten Stand seit sieben Monaten, wie der Informationsdienstleister Markit Economics am Montag im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Volkswirte hatten einen schwächeren Rückgang auf 57,5 Zähler prognostiziert.

Im Dienstleistungssektor verringerte sich die Aktivität ebenfalls. Der Einkäuferindex für den Servicesektor sank auf 55,4 Punkte von 56,7 im Vormonat und verzeichnete damit ein Fünfmonatstief. Ökonomen hatten eine Stagnation auf dem Stand des Vormonats erwartet.

Der aggregierte Sammelindex, der auf dem Produktionsindex für das verarbeitende Gewerbe und dem Index des Dienstleistungsbereichs basiert, verringerte sich auf 55,4 Zähler von 57,8 im Vormonat, womit der niedrigste Wert seit sieben Monate markiert wurde. Ökonomen hatten einen geringeren Rückgang auf 57,4 Punkte vorhergesagt. Auch nach den Rückgängen liegen alle Indizes deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Trotz der anhaltend robusten Expansion signalisierten die Daten, dass die Konjunktur der Eurozone im Mai so stark an Dynamik eingebüßt haben dürfte wie seit den Monaten direkt nach der Pleite von Lehman Brothers Ende 2008 nicht mehr, kommentierte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. “In welchem Ausmaß dies auf das späte Osterfest oder auf die Lieferunterbrechungen im Nachgang des Erdbebens in Japan zurückzuführen ist, ist noch unklar”, erklärte der Experte.

Dass der Index Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor auf den tiefsten Wert seit Juli 2009 abgesackt sei, deute jedenfalls darauf hin, dass dies erst der Anfang einer möglicherweise noch gravierenderen Wachstumsverlangsamung gewesen sein könnte.

“Alles in allem bleibt der Aufschwung nach wie vor weitgehend auf Deutschland und Frankreich beschränkt, während die übrigen Länder mit annähernder Stagnation und weiteren Beschäftigungsverlusten zu kämpfen haben”, erläuterte der Markit-Chefvolkswirt. Gute Nachrichten kämen hingegen von den Preisen: Der Preisrutsch bei Rohöl und anderen Rohstoffen sorge für langsamere Steigerungsraten sowohl bei den Einkaufs- als auch bei den Verkaufspreisen.