Der Bahntechnikkonzern Vossloh muss herben Verlust beim Konzernumbau einstecken. - Bild: Vossloh

Der Bahntechnikkonzern Vossloh muss herben Verlust beim Konzernumbau einstecken. - Bild: Vossloh

Die laufende Restrukturierung hat den Bahntechnikkonzern Vossloh 2014 tief in die roten Zahlen gedrückt. Die Dividende fällt wegen des Verlustes aus.

Für 2013 hatte das Unternehmen aus dem sauerländischen Werdohl seinen Aktionären noch 0,50 Euro je Anteil gezahlt.

Vossloh ist gerade dabei, sich neu aufzustellen. Das SDAX-Unternehmen zählt den Bereich Transportation, der Lokomotiven, Nahverkehrsfahrzeuge und elektrische Komponenten für Schienenfahrzeuge herstellt, nicht mehr zum Kerngeschäft. Das Segment soll bis spätestens 2017 ganz oder in Teilen verkauft werden. Der bisherige Geschäftsbereich Rail Infrastructure wurde mit Wirkung zum 1. Januar in drei neue Bereiche – Core Components, Customized Modules und Lifecycle Solutions – aufgeteilt.

Das bringt enorme Kosten mit sich. 2014 betrug der operative Verlust 171,6 Millionen Euro, nachdem der Bereich im Vorjahr einen Gewinn von 52,7 Millionen erzielt hatte. Die konzerneigene Prognose hatte auf minus 150 bis minus 180 Millionen Euro gelautet.

Ursächlich für den Verlust waren in erster Linie die Sonderaufwendungen für den Konzernumbau, wie etwa Abschreibungen auf Firmenwerte und aktualisierte Projektkalkulationen. Bereinigt um Sondereffekte wies die Vossloh AG ein positives EBIT von 30,6 Millionen Euro aus. Daraus ergibt sich eine bereinigte Marge von 2,3 Prozent. Inklusive Effekte betrug sie minus 13 Prozent nach plus 4,1 Prozent im Vorjahr.

Auch unter dem Strich schlug der Umbau dementsprechend massiv ins Kontor. Der Konzernverlust summierte sich auf 205,7 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Vossloh noch einen Gewinn von 23,6 Millionen Euro eingefahren.

Der Umsatz legte 2014 immerhin um 1,8 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro zu und bewegte sich damit in etwa im Rahmen des vom Unternehmen Erwarteten. Vossloh selbst hatte einen Umsatz von 1,34 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das abzustoßende Transportation-Geschäft erreichte einen Umsatz von 455 Millionen Euro.

Den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr bestätigte Vossloh. So soll der Umsatz um 3 bis 4 Prozent zulegen und die EBIT-Marge auf 3 bis 4 Prozent steigen. Diese Prognose gilt auf Basis der aktuellen Struktur des Portfolios. Im kommenden Jahr wird die Marge ebenfalls voraussichtlich unter der für 2017 angepeilten Zielmarge von 5 bis 6 Prozent liegen.

Der Auftragseingang 2014 ging jedoch von 1,47 auf 1,37 Milliarden Euro zurück. Allerdings war das Vorjahr durch einen Großauftrag über 250 Millionen Euro geprägt.

Die Eigentümerstruktur bei Vossloh hat sich in der letzten Zeit massiv geändert. So hat Aufsichtsratschef Heinz Hermann Thiele seinen Einfluss kontinuierlich ausgebaut und sich gegen die bisherige Eigentümerfamilie Vossloh durchgesetzt. Sie hat sich mittlerweile von ihren Anteilen verabschiedet.

Thiele, Eigentümer des Industriekonzerns Knorr-Bremse aus München, hat jüngst die Schwelle von 30 Prozent der Anteile überschritten. Zuvor hatte er den Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet, was jedoch deutlich unter dem Aktienkurs lag. Offenbar wollte er nur einem Pflichtangebot zuvorkommen, was mit Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent nötig geworden wäre. Die Andienungsfrist läuft noch bis zum 2. April. Thiele hat bislang beteuert, er wolle Vossloh weder übernehmen noch mit Knorr-Bremse fusionieren.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht