WIEN (Dow Jones/rm). Zu diesem Ergebnis kommt der internationale Bankenverband IIF (Institute of International Finance) in seinem am Donnerstag in Wien veröffentlichten Bericht.

In einer Rede mahnte IIF-Chairman Josef Ackermann zu einem besonnenen Vorgehen bei der Einführung neuer Regeln. “Eine zu schnelle Implementierung ist nicht sehr weise, wenn die Wirtschaft sich nur langsam erholt”, sagte der Manager, der auch Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank AG ist.

Die Schaffung von knapp 10 Millionen Arbeitsplätzen würde dadurch in den nächsten Jahren verhindert, prognostizierte der Verband, ohne die Kalkulation dieser Arbeitsplatzverluste zu erläutern. Zudem müssten sich die Banken im Euroraum, in den USA und Japan (G3) wegen der deutlich strengeren Eigenkapitalanforderungen auf einen hohen Finanzbedarf einstellen. In seinem Bericht rechnet Verband vor, dass die Banken in den G3-Ländern in den Jahren 2010 bis 2015 ihr Eigenkapital um 700 Mrd USD erhöhen und Fremdkapital im Volumen von 5,4 Bill USD aufnehmen müssten.

Auch auf die Wirtschaftsleistung dürften die neuen Kapitalregeln, die noch nicht endgültig festgelegt worden sind, einen erheblichen Einfluss haben: Das BIP wird dadurch laut IIF in den G3-Ländern bis 2015 um 3,1% niedriger ausfallen. Die höchsten Einbußen würden im Euroraum zu spüren sein, wo die Wirtschaftsleistung um 4,3% niedriger sein werde. In den USA sollen es dagegen nur 2,6% weniger sein und in Japan 1,9%. Insgesamt, so der IIF, sei die Erholung der globalen Wirtschaft noch einem hohen Risiko ausgesetzt.

Nur eine globale Harmonisierung von Bilanzregeln sei sinnvoll, sagte Ackermann. Mit dem bisherigen Verlauf der Regulierungsreform zeigte er sich zufrieden. Diese gehe weitgehend in die richtige Richtung, sagte der Manager.

Welches Ausmaß an Regulierung in Europa sinnvoll ist, darüber reden Top-Banker bei dem dreitägigen IIF-Treffen in Wien, zu dem Josef Ackermann eingeladen hatte. Der IIF-Chairman erwartet neben einer Vielzahl von Chefs privater Banken auch den griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou und den EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet.