WIESBADEN (Dow Jones/mn) — Der Außenhandel erzielte nach vorläufigen Ergebnissen einen Überschuss von 14,1 Mrd Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten im Konsens einen positiven Saldo von 14,0 Mrd Euro erwartet.

Deutschland exportierte im Juni Waren im Wert von 86,5 Mrd Euro und importierte Waren im Wert von 72,4 Mrd Euro. Die deutschen Ausfuhren waren damit um 28,5% und die Einfuhren um 31,7% höher als im Vorjahr. Ausfuhrseitig wurde der höchste Absolutwert eines Monats seit Oktober 2008 erreicht. Bei den Einfuhren wurde seit Beginn der Erhebung der Außenhandelsstatistik für die Bundesrepublik im Jahr 1950 noch kein höherer Wert ermittelt.

Kalender- und saisonbereinigt stiegen die Ausfuhren im Juni gegenüber dem Vormonat um 3,8% und die Einfuhren um 1,9%. Der Außenhandelsbilanzüberschuss betrug kalender- und saisonbereinigt 12,3 Mrd Euro.

Zusammen mit den Salden für Dienstleistungen (minus 1,1 Mrd Euro), Erwerbs- und Vermögenseinkommen (plus 3,3 Mrd Euro), laufende Übertragungen (minus 2,5 Mrd Euro) sowie Ergänzungen zum Außenhandel (minus 0,9 Mrd Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Juni mit einem Überschuss von 12,9 Mrd Euro ab. Ökonomen hatten nur einen Aktivsaldo von 5,5 Mrd Euro prognostiziert.

In den ersten sechs Monaten des Jahres betrug der Wert der Ausfuhren 458,4 Mrd Euro, während das Volumen der Einfuhren auf 383,8 Mrd Euro beziffert wurde. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lagen die Exporte damit um 18,2% höher. Die Importe stiegen um 16,8%. Der kumulierte Außenhandelsüberschuss belief sich im Zeitraum Januar bis Juni auf 74,6 Mrd Euro, für die Leistungsbilanz wurde ein Wert von plus 57,8 Mrd Euro ausgewiesen.