Angela Merkel

Angela Merkel: "Ich glaube, wir können Schritt für Schritt darauf hinarbeiten, dass noch mehr Menschen Arbeit bekommen." - Bild: Bundesregierung/Güngör

Bei einem Wirtschaftsempfang in Stralsund betonte die Kanzlerin, "dass die deutsche Wirtschaft im Moment recht gut dasteht". Dies sei zwar "eine Momentaufnahme, aber eine positive", sagte sie. "Ich glaube, wir können Schritt für Schritt darauf hinarbeiten, dass noch mehr Menschen Arbeit bekommen", zeigte sich Merkel überzeugt. "Ich halte auch das Ziel der Vollbeschäftigung bis 2025 für möglich." Dieses Ziel hatten CDU und CSU Anfang Juli in ihrem gemeinsamen Wahlprogramm ausgegeben.

Merkel betonte vor den Wirtschaftsvertretern am Montag aber, dafür sei es nötig, Langzeitarbeitslose zu aktivieren, die Fachkräftebasis zu stärken und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Sie bekräftigte auch, es bestünden "gewisse Spielräume für Entlastungen" bei der Steuer und wandte sich gegen zusätzliche Belastungen im Gegenzug, wie sie die SPD plant. "Wir müssen gucken, dass wir von niemandem sozusagen den Elan beschneiden."

Bewältigung der Digitalisierung entscheidend

Für die Zukunft sah die Kanzlerin besonders die Bewältigung der Digitalisierung als entscheidend an. Deshalb appellierte Merkel an die Wirtschaft, sich in umfassender Weise den neuen Möglichkeiten" zu stellen. Es sei die größte Herausforderung, "schnell genug" die Beziehungen der Wirtschaft zu den Kunden neu zu ordnen.

"Ansonsten werden die großen Internetplattformen kommen und werden uns sozusagen als verlängerte Werkbank nutzen", warnte sie, "und das wäre sehr misslich". Deshalb müssten sich auch deutsche Unternehmen "zu "Plattformangeboten zusammenschließen". Mit Blick auf diese Entwicklung müsse sich die Politik nach der Wahl "unbedingt" das deutsche Kartellrecht ansehen, forderte die Kanzlerin.