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Ein Viertel der deutschen Mittelständler erwartet, dass die Konjunktur, die aktuell noch auf Hochtouren läuft, bereits im laufenden Jahr überhitzen wird. - Bild: Pixabay

Das ergab der bereits zum dritten Mal vom digitalen Mittelstandsfinanzierer Creditshelf erhobene „Finanzierungsmonitor“. Für die Studie wurden zum Jahreswechsel zusammen mit der TU Darmstadt 200 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen befragt.

Mittelstand kritischer als Deutsche Bank

Die boomende Konjunktur in Deutschland könnte bereits im gerade erst begonnenen Jahr heiß laufen. Davon gehen 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen aus. Mit dieser Befürchtung sieht jeder vierte Mittelständler die aktuelle Situation bereits kritischer als die Deutsche Bundesbank, die der deutschen Wirtschaft Mitte Dezember nicht nur ein „anhaltend hohes konjunkturelles Grundtempo im laufenden Winterhalbjahr“ bescheinigt hatte, sondern zudem davon ausgeht, dass die Wirtschaft im Lande auch im weiteren Verlauf des Jahres 2018 „kräftig expandieren“ werde.

Dem „Finanzierungsmonitor 2018“ zufolge sehen weitere 37 Prozent der mittelständischen Finanzentscheider ein Ende des Booms spätestens im Jahr 2019 kommen. Die Ergebnisse im Detail: Insgesamt 74 Prozent der Befragten aus dem Handel prophezeien, dass der Aufschwung maximal bis 2019 dauern wird, während es im Dienstleistungsbereich 65 Prozent sind. Und auch in der tendenziell zuversichtlicheren – auf Exportkurs befindlichen – Industrie erwarten 52 Prozent der Befragten eine Überhitzung bis Ende 2019.

Pessimismus im Handel

 

Umgekehrt sind, über alle Branchen hinweg, nicht einmal vier von zehn Firmen positiv gestimmt, was die Entwicklung der hiesigen Wirtschaft angeht. „Einen besonders stark ausgeprägten Pessimismus bezüglich der konjunkturellen Lage beobachten wir im Handel, gefolgt vom Dienstleistungssektor. Nur in der Industrie fühlt sich ein höherer Anteil der Betriebe sicher, wie unsere Untersuchung zeigt“, fasst Prof. Dr. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt zusammen, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat. „Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist zwar wegen der boomenden Wirtschaft deutlich gestiegen, eine wachsende Konjunkturskepsis könnte sie aber ab 2019 bremsen.“

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    Volles Haus im CNC Outlet in Olching bei München. Bevor es mit den ersten Vorträgen losging, hatten die Teilnehmer die Möglichkeit die Ausstellung zu besuchen und sich mit Kaffee zu stärken. - Bild: Gabriel Pankow

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    Nach der Begrüßung durch René Schmidt, Geschäftsführer CNC Outlet, und Stefan Weinzierl, Chef vom Dienst online der Fachzeitung 'Produktion', eröffnete Jörg Naffin von WS-Kunststoffservice als erster Redner den Reigen. - Bild: Gabriel Pankow

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    Er erklärte die Einbindung von Werkzeugaufnahmesystemen und Schneiden in den digitalen Gesamtprozess: Matthias Weigele, Geschäftsleitung EWS Weigele. - Bild: Gabriel Pankow

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    Berichtete aus der täglichen Praxis und gab den Teilnehmern wertvolle Tipps an die Hand: Christoph Zoller, Geschäftsführer E. Zoller GmbH. - Bild: Gabriel Pankow

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    Warum die Industrie 4.0 ohne Roboter kaum auskommt, erklärten die Experten von Universal Robots auf der Fachausstellung im Rahmen der Konferenz. - Bild: Gabriel Pankow

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    Jasminka Kösler vom CNC Outlet und Alfred Hafner von der Gefa Bank auf der Fachausstellung. - Bild: Gabriel Pankow

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    Emil Nigl (mitte) ist Pre-Sales Consultant bei Grob. Er erklärte das Thema Industrie 4.0 aus der Sicht eines Werkzeugmaschinenherstellers. - Bild: Gabriel Pankow

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    Peter Hermanns ist Abteilungsleiter Vertrieb Universalmaschinen Zentraleuropa bei Grob. Er zeigte wie Automatisierungslösungen funktionieren können. - Bild: Gabriel Pankow

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    Auch für das leibliche Wohl war natürlich ausreichend gesorgt. - Bild: Gabriel Pankow

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    Angeregte Diskussion am Stand von Blum auf der Fachausstellung. - Bild: Gabriel Pankow

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    So funktioniert das! In entspannter Atmosphäre ließ sich gut über Industrie 4.0 diskutieren. - Bild: Gabriel Pankow

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    Tim Jürgens (links) ist Roboterexperte bei Fanuc. Er demonstrierte bei einer der Maschinensessions wie sich Einzelteile und Kleinteile sinnvoll automatisieren lassen. - Bild: Gabriel Pankow

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    In Kleingruppen lernten die Teilnehmer viel über die Automatisierung von Fräs-, Serien und Einzelteilen. - Bild: Gabriel Pankow

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    Auch bei den Maschinensessions bestand jederzeit Gelegenheit Fragen zu stellen. - Bild: Gabriel Pankow

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    Björn Svatek von EMAG (links) demonstrierte an der Maschine wie sich Serienteile automatisieren lassen. - Bild: Gabriel Pankow

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    Mehr als nur reine Theorie. Björn Svatek konnte direkt an der Maschine zeigen, wie sich Automatisierung realisieren lässt. - Bild: Gabriel Pankow

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    Das Event-Team vom Verlag Moderne Industrie (v.l.n.r.) Melanie Trautner, Stefanie Ganser und Tanja Prade zusammen mit Uwe Nolle Account Manager bei der Fachzeitung 'Produktion'. - Bild: Gabriel Pankow

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    Roboter-Live-Demos von Universal Robots und Fanuc auf der Fachausstellung. - Bild: Gabriel Pankow

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    Roboterarm von Universal Robots. - Bild: Gabriel Pankow

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    Er ist einer der Vordenker in Sachen Industrie 4.0: Prof. Werner Bick (links) von ROI Management Consulting. - Bild: Gabriel Pankow

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    Ein Traum für alle Technik-Fans: Während der Veranstaltung "flog" eine rund 20 Tonnen schwere Werkzeugmaschine in die Halle des CNC Outlet ein. - Bild: Gabriel Pankow

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    Angeregte Diskussion am Stand von Zelos auf der Fachausstellung. - Bild: Gabriel Pankow

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    Fanuc demonstrierte auf der Fachausstellung wie sich Kleinserien automatisieren lassen. - Bild: Gabriel Pankow

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    Dr. Christian Liedtke ist Principal Consultant Industrie 4.0 Accelerator bei Kuka. Nach seinem Vortrag führte er die Teilnehmer durch das Kuka-Werk in Augsburg. - Bild: Gabriel Pankow

Zumindest im laufenden Jahr will der Mittelstand die boomende Wirtschaft noch für Investitionen nutzen, wie aus der creditshelf-Studie ebenfalls hervorgeht: So sagen 87 Prozent der Befragten, ihre Investitionen werden 2018 deutlich über dem Vorjahresniveau liegen und weitere 84 Prozent wollen die gute Konjunkturlage nutzen, um ihre Verschuldung zu reduzieren. Mehr als sieben von zehn Unternehmen planen darüber hinaus, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Es zeigt sich jedoch auch ein Indikator für die Konjunkturskepsis: Denn knapp jede vierte Firma will die Zahl ihrer Beschäftigten im neuen Jahr nicht erhöhen.

„Die deutschen Mittelständler wollen 2018 stärker investieren als im Vorjahr, wie der aktuelle Finanzierungsmonitor belegt. Umso wichtiger ist es, dass sie dafür geeignete Finanzierungen erhalten. Sonst könnten sich die Unternehmen spätestens 2019 noch stärker zurückziehen, als ihre heutige Konjunktur-Skepsis befürchten lässt“, warnt Dr. Daniel Bartsch, Co-Gründer und Geschäftsführer von creditshelf. „In einem von Regulierung und strenger Kreditvergabe geprägten Umfeld braucht der Mittelstand zuverlässige Finanzierungspartner, die seine spezifischen Bedürfnisse kennen und berücksichtigen.“

Über die Studie „Finanzierungsmonitor 2018“

Die Studie „Finanzierungsmonitor 2018“ beruht auf einer Befragung des digitalen Mittelstandsfinanzierers creditshelf (www.creditshelf.com) im Dezember 2017. Insgesamt nahmen 200 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen an der Befragung per Online-Erhebung durch ein Marktforschungsinstitut teil. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter des Fachbereichs Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt.

Creditshelf