Daimler Batteriefertigung

Führende Konjunkturforscher haben der deutschen Wirtschaft für dieses und kommendes Jahr weiter kräftiges Wachstum und damit einen anhaltenden Aufschwung vorhergesagt. - Bild: Daimler

Ihre jüngsten Prognosen gehen bis zur Erwartung eines Wachstums von 1,9 Prozent in diesem und 2,1 Prozent im kommenden Jahr. Die drei Wirtschaftsforschungsinstitute ifo, DIW und IfW bewerten die Entwicklung in Einzelheiten unterschiedlich, sehen die deutsche Wirtschaft aber allesamt auf Kurs. Allerdings warnen auch alle drei Institute vor den Folgen eines britischen Ausscheidens aus der EU für Deutschland.

Binnenwirtschaft als Motor der Expansion

Am optimistischsten zeigten sich in ihrer jüngsten Prognose am Donnerstag die Konjunkturforscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Sie sagten eine Zunahme des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,9 Prozent in diesem und um 2,1 Prozent im nächsten Jahr vorher. Die Kieler Ökonomen nahmen zwar ihre Erwartungen gegenüber dem Frühjahr für dieses und nächstes Jahr um jeweils 0,1 Prozentpunkte zurück - sie liegen mit ihren Prognosen aber immer noch über den Erwartungen der übrigen Volkswirte.

Die "minimale Revision des BIP-Zuwachses" gehe nicht zuletzt auf einen deutlich verminderten Zustrom an Flüchtlingen und einen deswegen geringeren fiskalischen Impuls durch staatliche Ausgaben zurück, betonten sie. "Die konjunkturelle Grundtendenz weist gleichwohl unverändert aufwärts", sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. "Die treibenden Kräfte des Aufschwungs sind nach wie vor intakt." Insgesamt wirke der verminderte Flüchtlingszustrom "nahezu konjunkturneutral".

Motor der Expansion sei die Binnenwirtschaft, privater und staatlicher Konsum legten unvermindert zu, und die Investitionen würden "mehr und mehr zur Triebkraft des Aufschwungs". Das IfW erwartet eine Steigerung des Privaten Konsums um 2,0 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im kommenden Jahr und der Konsumausgaben des Staates um 2,9 bzw 2,1 Prozent. Die Anlageinvestitionen dürften mit jeweils 3,4 Prozent sogar deutlich stärker zulegen als 2015 mit 2,2 Prozent. Nach einem hohen Expansionstempo im ersten Quartal von 0,7 Prozent rechneten die Kieler Ökonomen für das Sommerhalbjahr insgesamt aber mit einer etwas ruhigeren Gangart.