Ölraffinerie in Großbritannien: Im noch jungen Jahr 2015 hat der Ölpreis damit um weitere 11

Ölraffinerie in Großbritannien: Im noch jungen Jahr 2015 hat der Ölpreis damit um weitere 11 Prozent nachgegeben, obwohl der Preisverfall bereits in der zweiten Jahreshälfte 2014 beträchtlich war. Im Juni vergangenen Jahres wurden für ein Fass Brent noch stolze 115 Dollar bezahlt. - Bild: Imago

Damit hat der seit sechs Monaten andauernde Preisverfall einen neuen Höhepunkt erreicht – ausgelöst durch die gestiegene Fördermenge in den USA und von Befürchtungen, dass sich die Weltwirtschaft abkühlen wird. Schwache Konjunkturdaten aus den USA hatten diese Sorgen am Dienstag zusätzlich befeuert.

Im noch jungen Jahr 2015 hat der Ölpreis damit um weitere 11 Prozent nachgegeben, obwohl der Preisverfall bereits in der zweiten Jahreshälfte 2014 beträchtlich war. Im Juni vergangenen Jahres wurden für ein Fass Brent noch stolze 115 Dollar bezahlt.

Überversorgung am Markt

Während der aktuelle Preisrückgang vor allem der Überversorgung des Marktes geschuldet ist – die Ölproduzenten in Nahost kämpfen derzeit mit den durch die Fracking-Technologie gestärkten US-Mitbewerbern um Marktanteile -, dürfte im Verlauf des Jahres die sinkende Nachfrage ein großes Thema werden.

Das US-Energieministerium habe die Prognose für die weltweite Ölnachfrage in den vergangenen sechs Monaten um 800.000 Fass pro Tag reduziert, stellt Analyst Tim Evans von Citi Futures hierzu fest. In der nächsten Veröffentlichung kommenden Dienstag könnte die Prognose noch weiter zurückgehen, ergänzt Evans. Immerhin habe sich die weltweite Konjunktur zuletzt abgekühlt.

Auch China dürfte nicht länger als Stütze des Ölmarktes fungieren. Während im Reich der Mitte 2014 infolge optimistischer Erwartungen und leerer Lager noch fleißig Öl geordert wurde, kann der Markt dieses Jahr nicht noch einmal auf eine signifikant steigende Nachfrage hoffen.

“Jeder, der auf ein Erholung des Rohölpreises durch eine steigende Nachfrage in China setzt, dürfte enttäuscht werden”, warnt Citigroup-Analyst Ivan Szpakowski. Er rechnet 2015 nur noch mit einem Wachstum des chinesischen Nettoimports von 200.000 Fass pro Tag – 2014 wuchs der Import noch um insgesamt 504.000 Fass pro Tag.

Trendwende nicht in Sicht

Insofern überrascht es nicht, dass die NordLB den Markt in Mollstimmung sieht. “Die Stimmung an den Rohölmärkten ist so schlecht wie seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr”, heißt es hierzu. Auch wenn bei den aktuellen Preisen produktionsseitig einige Spieler unter Druck geraten dürften, spreche doch wenig für eine schnelle Trendwende. Die Marke von 40 US-Dollar je Fass sei für viele Marktteilnehmer kein Extremszenario mehr, heißt es.

In diesem von Spekulationen getriebenem Umfeld wird sich der Fokus auf die heutigen Zahlen der amerikanischen Energy Information Administration (EIA) richten, so die NordLB weiter. Das US-Energieministerium werde zudem die Veränderungen bei den US-Rohöllagerbeständen für die ersten Tage des neuen Jahres bekannt geben.

Ein Lageraufbau, der noch über die im Konsens erwarteten 750.000 Fass hinausgeht, dürfte den Rohölpreisen weiter zusetzen. Auch die Meldungen in Bezug auf steigende Förderquoten in Russland und im Irak sprächen kaum für eine baldige Erholung bei den Notierungen.

Dow Jones News/Karoline Kopp