Shell Öl

Der Ölpreis hat am Montag einen weiteren kräftigen Satz nach oben gemacht. Am Markt verbreitet sich Zuversicht, dass die Produktion des Rohstoffs weltweit gebremst werden könnte und die wichtigsten Förderländer ein Abkommen zur Drosselung der Ölflut zustandebringen könnten. - Bild: Shell

Seit dem 13-Jahrestief im Februar hat der Preis für US-Öl bereits 45 Prozent gutgemacht. Die Anleger blicken gebannt auf die Gespräche der Ölförderländer über ein Einfrieren der Produktion. Zugleich steigt die Erwartung, dass die Förderung in den USA sinkt.

Aber es gibt auch eine Reihe warnender Stimmen. Einige Analysten erinnern an die noch immer vollen Lager bei Öl und bei Raffinerieprodukten. So liegen in Amerika die Rohölbestände auf dem höchsten Niveau seit über 80 Jahren.

Am Montag kletterte der Preis für Öl der US-Sorte WTI um 5,5 Prozent auf 37,90 Dollar. Öl der Nordseesorte Brent stieg erstmals seit Anfang des Jahres über 40 Dollar und verteuerte sich um 5,5 Prozent auf 40,48 Dollar je Barrel. Damit erreichten die beiden Sorten das höchste Settlement seit dem 24. Dezember bzw seit dem 4. Dezember.

Die Ölpreisrally hat auch die Verbraucher erreicht. Der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone an den Tankstellen in den USA ist in der vergangenen Woche um sechs Cent gestiegen, der größte Wochengewinn seit Anfang 2016, wie Daten der American Automobile Association (AAA) belegen. Mit aktuell 1,812 Dollar je Gallone liegt der durchschnittliche Benzinpreis aber noch immer 64,6 Cent unter dem Preis von vor einem Jahr. Die Benzinpreise dürften weiter zulegen, vermutet die AAA. Denn die Raffinerien produzierten gegenwärtig wegen der saisonalen Wartungsarbeiten weniger Treibstoff.

Der vorherige Verfall des Ölpreises startete Mitte 2014 und zwang Unternehmen der Branche zur Kürzung von Ausgaben für neue Bohranlagen. Am Montag teilte der Öldienstleister Baker Hughes mit, die Zahl der Förderanlagen für Öl und Erdgas rund um den Globus sei im Februar um weitere 130 auf 1.761 gefallen und damit auf das niedrigste Niveau seit 2002. In den USA liegt deren Zahl sogar auf dem tiefsten Stand seit 1999.

Allerdings ist die US-Produktion ungeachtet dieses Rückgangs langsamer gefallen als viele Anleger und Analysten erwartet hatten. Denn die Unternehmen haben die Kosten gesenkt und die Effizienz erhöht. Zudem sind neue Hochseeprojekte im Golf von Mexiko in Angriff genommen worden.