Erdölförderanlage

Die Anzahl der Ölförderanlagen wirkt sich auf die Ölpreise aus. Foto: Pixabay/jp26jp

In den vier Wochen zuvor war die Tendenz durchweg rückläufig gewesen. Mit dem einsetzenden Einbruch der Ölpreise im vergangenen Jahr waren immer mehr Ölförderanlagen stillgelegt worden, ohne allerdings bislang etwas an dem herrschenden Ölüberangebot zu ändern.

An der Warenterminbörse in New York ist der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI daraufhin auf ein Tages- und zugleich Siebenjahrestief von 34,29 Dollar zurückgefallen. Damit wurde eine zuvor eingeleitete Erholung bei knapp 35,60 Dollar jäh beendet. Auch der Preis für die europäische Nordseesorte Brent geriet unter Druck. Sie kostete zuletzt 36,74 Dollar, verglichen mit knapp 37 Dollar am Vorabend und einem Tageshoch von gut 37,60 Dollar.

Für die zwischenzeitliche Erholung hatte Marktteilnehmern zufolge der anziehende Dollar gesorgt. Er macht Öl für Käufer aus dem Nichtdollarraum billiger. An der Warenterminbörse hätten die Akteure nach der am Mittwoch von der US-Notenbank eingeleiteten Zinswende die Devisenkurse derzeit besonders scharf im Blick, hieß es.

Die Ölpreise waren in den vergangenen beiden Wochen wieder stärker unter Druck geraten, zum einen belastet von steigenden US-Lagervorräten, zum anderen von der warmen Witterung, die sich negativ auf die Nachfrage - beispielsweise nach Heizöl - auswirkt. Im Wochenverlauf hatten die Ölpreise daraufhin Siebenjahrestiefs markiert, die sie aktuell unterbieten.

Viele Analysten sagen weiter Probleme für den Ölmarkt voraus, denn Ölförderer wie Russland und die Opec pumpten weiter Öl auf den Markt im Versuch, ihre Marktanteile zu behaupten. Daneben stehe zu erwarten, dass der Iran nach der Einigung im Atomstreit wieder als Ölanbieter auf den Markt kommen werde, wenn Anfang kommenden Jahres die Sanktionen gegen das Land fallen.

Es sei offensichtlich, dass der Opec-Ausstoß bei 32 Millionen Barrel am Tag bleiben werde, und noch weitere 300.000 bis 500.000 Barrel aus dem Iran dazukämen, so Jefferies-Experte Jason Gammel. Ähnlich hatten sich zuvor schon die Analysten von Goldman Sachs geäußert.

"Wegen des Lagerüberhangs rechnen wir damit, dass sich die Erholung des Ölpreises hinziehen wird. Es könnte zwei Jahre dauern, bis die Lagerbestände ihre (langfristigen) Durchschnittsniveaus erreichen", so Gammel.