Ein festerer Dollar verteuert Öl für Käufer aus dem Nichtdollarraum, weshalb der Ölpreis mit

Ein festerer Dollar verteuert Öl für Käufer aus dem Nichtdollarraum, weshalb der Ölpreis mit einem steigenden Dollar oft nachgibt. - Bild: OPEC

Der Ölpreis beginnt die neue Woche wie er die letzte beendet hat – mit Verlusten. Während von Analystenseite unverändert von einem globalen Ölüberangebot gesprochen wird, tut der anziehende Dollar sein übriges.

Ein festerer Dollar verteuert Öl für Käufer aus dem Nichtdollarraum, weshalb der Ölpreis mit einem steigenden Dollar oft nachgibt. Die momentane Stärke des Dollar führen Marktbeobachter wiederum auf die weiter ausbleibende Einigung der Gläubiger Griechenlands mit dem schuldenüberfrachteten Land zurück und damit auf das drohende Ausscheiden aus der Eurozone mit nur schwer zu kalkulierenden Folgen für den gemeinsamen Währungsraum. Die Stimmung für das schwarze Gold werde außerdem eingetrübt von der negativen Tendenz an den Aktienmärkten, sagt Rohstoffanalyst Bjarne Schieldrop von SEB Markets.

Die Nordseesorte Brent kostet am Montagmittag in Europa nur noch 62,66 Dollar, verglichen mit etwa 63,70 am Freitagabend in New York und Ständen über 66 Dollar zur Mitte der Vorwoche.

Erhöhung der Ölpreisprognosen

Keine positive Wirkung entfaltet derweil, dass die Analysten von Jefferies ihre Ölpreisprognosen erhöht haben. Für Brent von 52,50 auf durchschnittlich 60 Dollar im laufenden Jahr und für die US-Sorte WTI von 48,60 auf 55,10 Dollar. Als Hauptbegründung führen sie die jüngste Rally bei den Ölpreisen an. Gleichzeitig warnt Jefferies aber auch, dass kurzfristig der Ölmarkt von einem Überangebot gekennzeichnet bleiben wird: “Fundamental zeigen die Daten einen täglichen Überschuss von 2 Millionen Barrel an.”

Zwar sehen die Analysten auch einen stärkeren Nachfrageanstieg als bislang erwartet, aber der iranische Ölausstoß könnte schnell steigen, sollten die Sanktionen gegen das Land erst einmal Erleichterungen erfahren. Hinzu komme, dass sich die Förderung in den USA bislang widerstandsfähig gezeigt habe, trotz des Rückgangs bei den Ölförderanlagen.

Stilllegung der ersten Anlagen

Nach neuesten Angaben des Ölunternehmens Baker Hughes sind in der vergangen Woche weitere sieben Anlagen stillgelegt worden, womit nun noch 635 aktiv seien. Damit habe sich die Zahl der Bohrtürme bereits die 27. Woche in Folge verringert. Verglichen mit dem Höhepunkt im Oktober mit 1.609 Anlagen, seien derzeit etwa 60 Prozent weniger in Betrieb. Gleichwohl hat sich das Schrumpfungstempo zuletzt verlangsamt und außerdem haben einige Schieferölförderer angedeutet, in den kommenden Monaten womöglich wieder Anlagen in Betrieb zu nehmen, sollte sich der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau stabilisieren.

Die Experten von Sucden Financial rechnen auf kurze Sicht mit einem engen Preisband zwischen 62 und 66 Dollar für Brentöl.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht