FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Im Lenkungsrat, der sich am Montag in Berlin mit dem Thema befasst habe, seien Hilfen für Opel jedenfalls nicht rundweg abgelehnt worden: “Es wurde keine negative Empfehlung gegeben”, sagte der oberste Opel-Arbeitnehmervertreter am Dienstag nach Rücksprache mit dem Lenkungsrat. Er gehe davon aus, dass dem Antrag zugestimmt werde, erklärte Franz.

In Medien war am Morgen berichtet worden, dass der Lenkungsrat Unternehmensfinanzierung Staatshilfen für Opel skeptisch gegenübersteht. Im “Handelsblatt” hieß es unter Berufung auf Informationen aus dem unabhängigen Beratergremium, Grund sei unter anderem die gute wirtschaftliche Entwicklung im Opel-Mutterkonzern General Motors.

Sowohl das “Handelsblatt” als auch die “Financial Times Deutschland” schrieben, dass mögliche Hilfen für Opel nur aus politischen Erwägungen genehmigt werden könnten, nicht aber aus wirtschaftlichen. Laut “FTD” bietet die Empfehlung des Lenkungsrates der Bundesregierung Argumentationshilfen sowohl für als auch gegen eine Subvention für den Autobauer.

Die Adam Opel GmbH wollte zu den Zeitungsberichten am Morgen keine Stellung nehmen. Beim Bundeswirtschaftsministerium war zunächst niemand zu erreichen.

Über mögliche Staatshilfen entscheiden muss der Lenkungsausschuss Unternehmensfinanzierung, der für Großbürgschaften im Zuge des Konjunkturpakets II zuständig ist. Laut dem “Handelsblatt” muss letztlich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) entscheiden, der sich bislang stets sehr zurückhaltend über mögliche Hilfen für den defizitären Autohersteller geäußert hatte.

Um die Sanierung von Opel bezahlen zu können, hat GM rund 1,8 Mrd EUR Staatshilfen in den europäischen Ländern mit Opel- und Vauxhall-Standorten beantragt. Mehr als 1 Mrd EUR soll in Form von Kreditbürgschaften aus Deutschland kommen. 1,9 Mrd EUR zum gesamten Finanzierungsbedarf von etwa 3,7 Mrd EUR will die US-Mutter selbst beisteuern.