Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar zeigte sich die Erzeugung im

Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar zeigte sich die Erzeugung im produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt mit einem Plus von 4,7% deutlich aufwärts gerichtet (Bild: Siemens).

Die Produktion wuchs gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 0,9%, teilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Anstieg von nur 0,3% prognostiziert. Im März war die Produktion nach revidierten Berechnungen um 4,3% gestiegen, vorläufig war ein Zuwachs von 4,0% ausgewiesen worden. Ihr Vorjahresniveau überstieg die Produktion im April um 13,2% (März: plus 12,6%).

Gestützt wurde die Aktivität des produzierenden Sektors vor allem von der Bauproduktion, bei der die Frühjahrserholung nach dem harten und langen Winter erneut besonders kräftig ausfiel. Die Industrieproduktion legte etwas weniger stark zu, wobei Zuwächse vor allem Hersteller von Vorleistungsgütern verzeichneten. Auch die Energieproduktion stieg deutlich.

Volkswirte äußerten sich positiv überrascht von den Daten, die ihrer Ansicht nach auf eine Fortsetzung des kräftigen Wirtschaftswachstums über das laufende Quartal hinaus sprechen. Der saisonbereinigte Index der Produktion lag mit 100,6 in etwa auf dem Niveau von Dezember 2008 und damit um knapp 13% unter dem im Januar 2008 verzeichneten Höchstwert.

“Die heutigen Zahlen zeigen – zusammen mit den gestrigen starken Auftragseingängen -, dass die Aufwärtsdynamik in der Industrie mehr Schwung hat als bislang unterstellt. Die Chancen sind gestiegen, dass die deutsche Wirtschaft nicht nur im laufenden Quartal kräftig gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres wächst, sondern auch im zweiten Halbjahr ordentliche Zuwachsraten gegenüber dem Vorquartal möglich sind”, meinte Commerzbank-Volkswirt Simon Junker.

Laut BMWi hat die Industrieproduktion im April nach dem starken Anstieg im März “erwartungsgemäß” etwas schwächer zugenommen. Dabei hätten sich vor allem Rückpralleffekte im Bereich der Investitionsgüterproduktion, und hier besonders im Maschinen- und Fahrzeugbau, dämpfend bemerkbar gemacht. “Die anhaltend lebhafte in- und ausländische Bestelltätigkeit in der Industrie lässt absehbar eine weitere Erholung der Industrieproduktion erwarten”, schreiben die BMWi-Experten.

Die Industrieproduktion stieg im April um 0,5%. Die maßgeblichen Impulse kamen von den Herstellern von Vorleistungsgütern, die ihre Produktion um 2,8% hochfuhren. Investitions- und Konsumgüterproduzenten schränkten demgegenüber ihre Produktion ein. Bei den Herstellern von Investitionsgütern verringerte sich die Erzeugung um 1,0% und bei den Herstellern von Konsumgütern um 1,2%. Im Bauhauptgewerbe jedoch erhöhte sich die Erzeugung mit 2,6% erneut kräftig, nachdem es bereits im Vormonat zu einem sehr starken Anstieg gekommen war.

Im Zweimonatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar zeigte sich die Erzeugung im produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt mit einem Plus von 4,7% deutlich aufwärts gerichtet. In der Industrie mit einem Anstieg um 4,3% und in noch deutlich stärkerem Maße im Bauhauptgewerbe mit einem Plus von 26,1% wurde die Erzeugung deutlich ausgeweitet.

Innerhalb der Industrie konnten die Investitionsgüterhersteller in dieser Zweimonatsbetrachtung ihre Produktion um 5,3% und die Hersteller von Vorleistungsgütern um 5,2% ausweiten. Die Konsumgüterproduktion erhöhte sich um 0,2%. Im Energiesektor verringerte sich in dieser Betrachtung der Ausstoß um 4,6%.

Die Erzeugung im produzierenden Gewerbe überschritt ihr Vorjahresniveau im März/April arbeitstäglich bereinigt um 11,0%. Die Industrieproduktion lag um 11,9%, die Erzeugung im Bauhauptgewerbe um 2,7% über dem Stand des Vorjahres. Die Investitionsgüterproduzenten erhöhten ihre Erzeugung um 10,6%, die Vorleistungsgüterproduzenten um 18,4% und die Konsumgüterhersteller um 2,2% im Vergleich zu den Vorjahreszeitraum.

Ken Wattret von BNP Paribas verwies darauf, dass die Industrieproduktion im zweiten Quartal ihr Vorquartalsniveau selbst dann noch um nahezu 4% übersteigen würde, wenn der Output im Mai und Juni stagnierte. Dabei deuteten die Einkaufsmanagerindizes aber auf weitere Produktionsanstiege hin. Angesichts dieser Perspektiven nehme sich die Prognose eines Wirtschaftswachstums von 1% im zweiten Quartal etwas konservativ aus, räumte Wattret ein.