Die Produktion im Maschinenbau ist laut Destatis im Jahr 2017 gewachsen

Die Produktion im Maschinenbau ist laut Destatis im Jahr 2017 gewachsen. - Bild: Bosch

Die Prognose der VDMA-Volkswirte von 3 Prozent Wachstum hat sich erfüllt. Der Jahresumsatz im Maschinen- und Anlagenbau hat sich nach Schätzungen auf 224 Milliarden Euro erhöht. Damit hat sich das Jahr 2017 eindeutig als ein erstes Aufschwungsjahr klassifiziert. Allerdings kamen aus dem Inland kaum Wachstumsimpulse. Hier wurden die Erwartungen der VDMA-Volkswirte enttäuscht – 2018 sollte das Bild besser aussehen.

Das Produktionswachstum 2017 kam eindeutig durch Steigerungen auf den Exportmärkten zustande. Hier gibt es auf fast allen Märkten Zuwächse. Die größten Wachstumsbeiträge kamen aus den USA (plus 12 Prozent) und aus China (plus 24 Prozent). Doch der Aufschwung ist längst nicht flächendeckend im Maschinenbau angekommen: 13 Prozent der Maschinenbauer könnten mehr produzieren, wenn sie mehr Aufträge hätten.

VDMA

  • Ulrich Ackermann, VDMA, Hürden, deutsche Unternehmen, China

    Das sind die Hürden für deutsche Unternehmen in China. Beschränkung: „Ausländische Unternehmen sind in China von vielen Dingen ausgeschlossen – sei es bei Finanzierungen, der Forschungsförderung oder bei öffentlichen Ausschreibungen“, sagte der VDMA-Außenwirtschaftsexperte Ulrich Ackermann gegenüber Produktion. „Ausländische Firmen werden in China teilweise wie Unternehmen ‚zweiter Klasse‘ behandelt.“ In Deutschland gebe es keinen Unterschied, ob das Kapital aus dem Ausland kommt oder nicht, auf dem chinesischen Markt schon. Es werde mit zweierlei Maß gemessen: „Für Europäer und Deutsche ist es durchaus schwierig, in China als ausländisches Unternehmen im Markt aktiv zu sein“, so der Außenwirtschafts­experte. „Und die Möglichkeit, in chinesische Hightech-Unternehmen zu investieren oder diese gar zu übernehmen, sei für Ausländer sehr, sehr schwierig.“ - Bild: VDMA

  • Thilo Brodtmann, VDMA, Hürden, deutsche Unternehmen, China

    Ungleichbehandlung: „Eine Ungleichbehandlung ist auf jeden Fall gelebte Praxis“, erklärte Ackermann. „Das berichten uns die in China aktiven Firmen.“ So ist zum Beispiel die Übernahme einer chinesischen Firma Sache der Behörden. Wie gehen diese damit um, wenn es einen Antrag für eine Übernahme gibt? „Es ist natürlich nicht gesetzlich geregelt, dass Ausländer keine chinesischen Firmen übernehmen dürfen, sondern es ist einfach schwierig in der Praxis“, so der Außenwirtschaftsexperte. Man mache es ausländischen Unternehmen äußerst schwer bis fast unmöglich, chinesische Firmen zu erwerben. „Ziel muss deshalb ein Investitionsabkommen zwischen der EU in China sein“, ergänzte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann (im Bild). Derartige Verhandlungen laufen bereits, sind aber nicht abgeschlossen. - Bild: VDMA

  • Cyber-Secirity-Gesetz,  VDMA, Hürden, deutsche Unternehmen, China

    Cyber-Security-Gesetz: Im Juni 2017 ist in China ein neues Cyber-Security-Gesetz in Kraft getreten. Demnach sollen in Zukunft alle Daten, die für den chinesischen Markt benötigt werden, in China gehostet werden. Auch soll der Datentransfer zwischen China und dem Ausland nur noch mit von China zertifizierter Software möglich sein. „Das ist nicht weltweit gelebte Praxis, es ist ein chinesischer Sonderweg“, erläuterte Ackermann. Bisher sind die meisten, gerade sensiblen Daten der ausländischen Firmen im Ausland gehostet, der Datenaustausch findet beispielsweise über VPN-Verbindungen statt. Das soll ab Februar verboten sein, was zu Unsicherheit bei den Firmen führt. Momentan diskutiert die Europäische Handelskammer in China mit der chinesischen Regierung in Peking, was sie daran stört. - Bild: Fotolia, newrossoh

  • Firmenübernehmen, Außenwirtschaftsverordnung, Kuka, Midea, Maschinanbau, kritische Infrastruktur

    Das sind die Hürden für außereuropäische Firmen in Europa. Übernahmeprüfung: Die Außenwirtschaftsverordnung regelt die Prüfung von Firmenübernahmen in Deutschland. Sie wurde im Juli 2017 im Nachgang zu der Diskussion über die Übernahme von Kuka durch das chinesische Unternehmen Midea ergänzt. Die Änderungen zielen insbesondere auf die ‚kritische Infrastruktur‘: In Zukunft sollen jedoch nicht nur die Firmen, die eine kritische Infrastruktur betreiben, wie Kraftwerksbetreiber, Wasser-Ver- und -Entsorger und Lebensmittelerzeuger, sondern auch die Hersteller von Software für diese Bereiche zum Kreis der zu prüfenden Unternehmen gehören. Davon sind auch Firmen aus der Maschinenbau-Branche betroffen. Ein zweiter Bereich dieses Prüfverfahrens sind speziell auf militärische Zwecke ausgerichtete Technik und Krypto-Technologien. Dort sind auch einige Randbereiche des Maschinenbaus aufgenommen worden. - Bild: Kuka

  • Auslandsinvestitionen, VDMA, EU, kritische Infrastruktur

    EU-Vorschlag: Die Europäer wollen bei der Prüfung von Auslandsinvestitionen noch einen Schritt weitergehen. Deutschland, Frankreich und Italien wandten sich an die EU-Kommission mit der Forderung, Übernahmen von europäischen Unternehmen aus Drittländern außerhalb der EU besser überprüfen zu können. Dem Entwurf zufolge ist einmal die kritische Infrastruktur wie in Deutschland betroffen, aber auch kritische Technologien wie Robotertechnik, Künstliche Intelligenz und der gesamte Dual-Use-Güterbereich. Damit ist ein weiterer Maschinenbaubereich im Fokus. Aus Sicht des VDMA ist der EU-Vorschlag problematisch, da er bei ausländischen Investoren Verunsicherung erzeuge, die Prüfverfahren verlängere und teurer mache. Es gibt bereits eine europäische Exportkontrolle. - Bild: Fotolia, bluedesign

  • Aixtron, Fujian Grand Chip Investment Fund, Unbedenklichkeitsbescheinigung

    Blockade: Die chinesische Fujian Grand Chip Investment Fund (FCG) wollte 2016 den deutschen Halbleiteranlagenhersteller Aixtron übernehmen. Zunächst sicherte sich FCG nach Ablauf einer zweiten Übernahmefrist 78 % der Aixtron-Aktien. Dann meldete US-Präsident Barack Obama Sicherheitsbedenken an; Aixtron hatte auch US-Aktivitäten. Infolgedessen widerrief auch das Bundeswirtschaftsministerium seine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Schließlich zog auch FCG sein Übernahmeangebot zurück, weil eine Angebotsbedingung erloschen sei. „Weitere Fälle bekommt die Öffentlichkeit nicht mit“, sagte der Abteilungsleiter Außenwirtschaft des VDMA, Ulrich Ackermann, gegenüber Produktion. Die Bundesregierung könne jederzeit auf die zu übernehmenden Firmen zugehen und Daten anfordern. - Bild: Aixtron