Insgesamt entwickelte sich die deutsche Produktion im Dezember deutlich schwächer als erwartet. Im Baugewerbe brach sie um 24 % ein.

BERLIN (DJ/gk). Die Erzeugung im produzierenden Gewerbe in Deutschland ist im Dezember vor allem wegen des Winterwetters deutlich stärker gesunken als erwartet. Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am Dienstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, verringerte sich die Produktion im Vergleich zum Vormonat preis- und saisonbereinigt um 1,5%. Von Dow Jones Newswires befragte Bankvolkswirte hatten einen Rückgang um lediglich 0,3% vorausgesagt.

Der strenge Winter habe vor allem die Bauproduktion stark gedämpft, was auch die Produktion insgesamt beeinträchtigt habe, hieß es aus dem BMWi. “Die Produktion in der konjunkturell maßgeblichen Industrie bleibt dagegen aufwärts gerichtet und behält im Jahresschlussquartal die Dynamik aus der Vorperiode bei”, gaben sich die BMWi-Experten optimistisch. Insgesamt konnte das produzierende Gewerbe im vierten Quartal seine Produktion um 1,9% gegenüber der Vorperiode steigern.

Im Vormonat November hatte sich die Produktion nach aufwärts revidierten Angaben um 0,6% verringert (vorläufig: minus 0,7%). Ihr Vorjahresniveau überstieg die Produktion im produzierenden Bereich im Berichtsmonat kalenderbereinigt um 10,0%.

Die Produktion in der Industrie veränderte sich im Dezember mit minus 0,1% kaum. Dagegen brach sie im Bauhauptgewerbe um 24,1% ein. Innerhalb der Industrie konnten die Produzenten von Investitionsgütern ihre Erzeugung gegenüber dem Vormonat um 3,3% steigern, während die Hersteller von Vorleistungsgütern ihre Produktion um 3,1% und die von Konsumgütern um 1,3% zurückfuhren.

Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich November/Dezember gegenüber September/Oktober verharrte die Erzeugung im produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt auf dem Niveau des Vorzeitraums. Während die Industrieproduktion in dieser Betrachtung um 0,7% gesteigert werden konnte, verringerte sich die Erzeugung im Bauhauptgewerbe um 12,1%. Am deutlichsten konnten die Hersteller von Investitionsgütern mit einem Plus von 3,3% ihren Ausstoß erhöhen. Die Produzenten von Vorleistungsgütern fuhren ihre Erzeugung um 1,1% und die von Konsumgütern um 1,3% zurück.

Ihr Vorjahresniveau überstieg die Produktion im produzierenden Gewerbe im November/Dezember arbeitstäglich bereinigt um 10,6%. Die Industrieproduktion lag um 12,7% über dem Stand des Vorjahres. Dabei ergab sich der größte Zuwachs bei den Herstellern von Investitionsgütern mit einem Plus von 19,0%. Bei den Vorleistungsgüterproduzenten lag der Anstieg bei 11,7%, bei den Konsumgüterherstellern nur bei 1,9%. Demgegenüber sank die Bauproduktion um 6,3% gegenüber dem Vorjahreswert.