Fabrik

Laut Prognose wird 2016 mehr produziert ohne dass mehr Arbeitsplätze entstehen. Foto: pixabay_pashminu.

Für 2016 gehen 29 deutsche Verbände nach der Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) davon aus, dass ihr Wirtschaftszweig mehr produzieren wird als in diesem Jahr. Nur sieben der 46 befragten Wirtschaftsverbände rechnen mit einem Produktionsrückgang.

"Einen starken konjunkturellen Aufschwung wird es dennoch nicht geben", betonte das arbeitgebernahe Forschungsinstitut.

Insgesamt blicken die deutschen Wirtschaftsverbände ungefähr so optimistisch in das neue Jahr wie im Dezember 2014: Zwölf Verbände attestierten eine bessere Stimmung in ihrer Branche, 13 eine schlechtere. Bei den Investitionen sähen 17 Verbände für das kommende Jahr "Luft nach oben", und nur fünf erwarteten weniger Spielraum als am Ende des Vorjahres.

Stagnation am Arbeitsmarkt

Zu den Verbänden mit positiver Stellungnahme zählen unter anderem der Verband der Automobilindustrie, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband des Deutschen Handwerks. Nach ihrer Einschätzung ist die allgemeine Stimmungslage in den Unternehmen ihres Wirtschaftszweiges zum Jahreswechsel besser als zum Wechsel 2014/2015, und es wird 2016 ein etwas höheres Ergebnis erwartet.

Auf dem Arbeitsmarkt würden sich die guten Produktions- und Investitions-Perspektiven aber nicht niederschlagen: Zwölf Verbände rechneten mit mehr Beschäftigten, ebenfalls zwölf aber auch mit weniger Mitarbeitern.

Firmen sind weiter unsicher

IW-Direktor Michael Hüther begründete dies damit, dass sich neue staatliche Vorgaben wie der Mindestlohn oder verschärfte Regeln im Finanzsektor, aber auch drohende Re-Regulierungen bei der Zeitarbeit oder Werkverträgen sehr unterschiedlich auf die einzelnen Branchen auswirkten. "Das spiegeln die verschiedenen Beschäftigungs-Erwartungen wider."

Die "gute Konsumlaune" in Deutschland, eine langsame Erholung im Euroraum sowie Aufschwünge in den USA und Großbritannien beeinflussten die Stimmung insgesamt positiv. Trotzdem blieben die Unsicherheiten aus Sicht der deutschen Firmen und Verbände hoch, betonte Hüther. "Große Schwellenländer wie China schwächeln, und die Unwägbarkeiten mit Blick auf die Flüchtlingsströme und die jüngsten Terrorrisiken haben viele Unternehmen stark verunsichert", warnte der Chef des IW.