Bild: Siemens

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Die elektrische Prozessautomation befindet sich auf Wachstumskurs, berichtet Fachverband ZVEI.

FRANKFURT (sp). „Weltweit rechnen wir dieses Jahr mit einem Wachstum von zwölf Prozent bei den Auftragseingängen”, sagt der Vorsitzende des Fachbereichs Messtechnik und Prozess­automation im ZVEI-Fachverband, Michael Ziesemer. Im schwierigen Jahr 2009 war das Geschäft weltweit um 16 Prozent eingebrochen. Das Niveau von 2008 werde damit allerdings noch nicht ganz erreicht. „2011 erwarten wir noch einmal eine Zunahme unserer Auftragseingänge um weltweit fünf bis sieben Prozent“, so Ziesemers Prognose für das nächste Jahr.

Das Wachstum sei weltweit breit verteilt mit Spitzen in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Dabei hat sich vor allem das Russland-Geschäft stark belebt, das 2009 besonders deutlich eingebrochen war. Neben Indien und China fungiere Osteuropa insgesamt als Konjunkturmotor. Deutschland, Europa und die USA bildeten zwar nicht die Wachstumsspitzen, trügen aber in erfreulicher Weise zum positiven Ergebnis bei. In Deutschland sind dafür vor allem die Branchen Pharma, Nahrungsmittel, Metall- und Hüttenindustrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau verantwortlich.

Technologisch sehen sich die deutschen Prozessautomatisierer nach wie vor weltweit führend. Der Trend zu mehr Energieeffizienz und Klimaschutz unterstützt die positive Entwicklung. Eine Untersuchung des ZVEI hat ergeben, dass durch moderne Automatisierungstechnik, z. B. bei der Zustandsüberwachung an Durchflussleitungen und bei der Produktionsoptimierung in Prozessreaktoren in Deutschland pro Jahr sieben Mrd. Euro Energiekosten eingespart werden können. Das entspricht 43 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente oder den Emissionen von sieben großen Steinkohlekraftwerken je 2 000 MW.