Folgen der Strafmaßnahmen gegen den Kreml: Nach Auswertung der jüngsten Daten erwartet der

Folgen der Strafmaßnahmen gegen den Kreml: Nach Auswertung der jüngsten Daten erwartet der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft, dass die Exporte im laufenden Jahr um 10 Milliarden Euro auf dann nur noch 20 Milliarden sinken. - Bild: kru

Im vergangenen Jahr lagen die Exporte noch bei 30 Milliarden Euro.

Die wegen der Ukraine-Politik verhängten Sanktionen belasten aber nicht nur die Lieferungen nach Russland, sondern lassen auch die Nachfrage in den osteuropäischen Nachbarländern einbrechen. “In Jahrzehnten aufgebaute Geschäftsbeziehungen und gemeinsame Perspektiven brechen gerade weg”, klagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Eckhard Cordes. Er verlangte deshalb, so rasch wie möglich aus der Sackgasse der Sanktionspolitik herauszukommen.

“Raus aus der Sackgasse der Sanktionspolitik”

Die Schätzung für das Gesamtjahr ergibt sich aus der Entwicklung der Ausfuhren in den ersten fünf Monaten des Jahres. Von Januar bis Mai sanken die Exporte nach Russland um 4,4 Milliarden Euro oder 34 Prozent zum Vorjahreszeitraum. 2014 hatten deutsche Unternehmen noch Waren für rund 30 Milliarden Euro und im Rekordjahr 2012 sogar Waren für 38 Milliarden Euro nach Russland verkauft.

Ähnlich hart getroffen ist durch die Sanktionen das Geschäft mit den Nachbarn Russlands. Die Exporte nach Kasachstan sanken in den ersten fünf Monaten um 26 Prozent, nach Weißrussland um 31 Prozent und in die Ukraine um 29 Prozent. “Angesichts dieser dramatischen Entwicklung dürfte es nachvollziehbar sein, dass die deutsche Wirtschaft die Politik eindringlich bittet, die Anstrengungen zur Lösung der Ukraine-Krise weiter hochzuhalten”, sagte Cordes. Er drängte deshalb auf eine Nachfolgekonferenz zum Minsker Abkommen auf höchster Ebene.

Einziger Lichtblick für die deutschen Exporteure ist die Nachfrage in Südosteuropa. Die Ausfuhren nach Rumänien, Bulgarien und Kroatien stiegen von Januar bis Mai zweistellig.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke