MÜNCHEN (Dow Jones/Euro am Sonntag/rm). “Die USA haben schwer zu kämpfen, die Erholung läuft schleppend”, sagte der Finanzvorstand der Münchener, Joe Kaeser, im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung “Euro am Sonntag” (EamS). Für die Gewinnprognose im laufenden Geschäftsjahr sieht der CFO des DAX-Konzerns jedoch nach eigener Auskunft keine Gefahr. Im laufenden Geschäftsjahr will der Konzern den Vorjahresgewinn von 4,1 Mrd EUR um 25% steigern.

Im Bereich Energieinfrastruktur und bei Verkehrslösungen bestehe in den USA hoher Ersatz- und Modernisierungsbedarf, das biete “große Chancen”, sagte Kaeser. Aktivitäten in den USA tragen rund 20% des Umsatzes der Münchner. Die Zielspanne für die Gesamtkapitalrendite von 15% bis 20%, eine Kerngröße des neuen Zielsystems “One Siemens”, wird der Konzern demnach aktuell womöglich noch nicht erreichen. “Wir werden uns in diesem Geschäftsjahr von unten an die Spanne heran arbeiten. Ob wir sie tatsächlich bereits 2011 erreichen, kann ich noch nicht endgültig sagen”, erklärte der Manager dem Blatt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte Siemens eine Kapitalrendite von 10,4% ausgewiesen.

Zur neuen Konzernstrategie gehöre es auch, dass Siemens freie Eigenmittel an die Aktionäre gebe, sagte Kaeser weiter. Überlegungen, wonach Siemens nach der jüngsten Dividendenanhebung auch für das neue Geschäftsjahr mehr ausschütten könne, bezeichnete Kaeser als “plausibel”. Man dürfe jedoch zum jetzigen Zeitpunkt “nicht übermütig werden”. Siemens hatte die Ausschüttung zuletzt von 1,60 EUR auf 2,70 EUR angehoben und hält nach eigenen Angaben rund 14 Mrd EUR flüssige Mittel.