Der Ifo-Index ist im Sommer überraschend stark gestiegen.

Der Ifo-Index ist im Sommer überraschend stark gestiegen. - Bild: Pixabay

Damals hatte der Ifo-Index ein Rekordhoch bei revidiert 105,3 Punkten erreicht. Analysten wurden von der Stärke des Anstiegs überrascht. Sie hatten nur einen leichten Zuwachs um 0,1 Punkte erwartet.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Sommerhoch", kommentierte Ifo-Chef Clemens Fuest. Seiner Einschätzung nach deuten die Daten auf ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent im dritten Quartal hin. Eine Ursache für die bessere Stimmung sei auf "merklich optimistischere Erwartungen der Industriefirmen zurückzuführen, vor allem in der Automobilbranche", sagte Fuest weiter.

Fuest erklärte die bessere Stimmung mit der jüngsten Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union (EU), die neben der starken Binnenkonjunktur gestützt habe. Eine Rolle habe "der Waffenstillstand beim Handelskonflikt" gespielt, sagte der Ifo-Chef. Ende Juli hatten sich US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker darauf geeinigt, den Handelsstreit beizulegen und vorerst keine neuen Sonderzölle zu verhängen.

Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage im August besser als im Monat zuvor. Der entsprechende Unterindex stieg um 1,0 Punkte auf 106,4 Punkte. Außerdem sind die vom Ifo-Institut befragten Unternehmen mit Blick auf die künftigen Geschäfte optimistischer eingestellt. Der Indexwert für die Erwartungen für das nächste halbe Jahr stieg stark um 3,0 Zähler auf 101,2 Punkte.

Zuversicht

Nach der Veröffentlichung der Ifo-Daten äußerten sich Volkswirte durchweg zuversichtlich zur weiteren Entwicklung der deutschen Wirtschaft. "Das war eine faustdicke positive Überraschung aus München", kommentierte der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, Uwe Burkert. Nach seinen Worten hat es einen derart starken Anstieg im Monatsvergleich zuletzt im Dezember 2014 gegeben. "Die Sorgen vor einem Konjunkturabschwung sollten somit einstweilen vertrieben sein", sagte Burkert.

"Die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung des Aufschwungs sind weiterhin sehr gut", lautet die Einschätzung des Experten Gregor Eder vom Allianz-Konzern. Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank verwies gleichzeitig auf Risiken für die weitere Entwicklung des deutschen Aufschwungs. Handelsstreitigkeiten, Ängste vor einem Zahlungsausfall der Türkei und die schwierigen Brexit-Verhandlungen seien derzeit die wichtigsten Themen, sagte Gitzel. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Unsicherheiten auf die Investitionslaune auswirkten.

Die monatliche Umfrage des Ifo-Instituts unter Führungskräften von rund 9000 Unternehmen gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Am Devisenmarkt konnten die Daten den Kurs des Euro allerdings kaum bewegen.