BERLIN (Dow Jones/rm). Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, verringerte sich die Erzeugung gegenüber Mai um 0,6%. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 0,7% vorausgesagt. Allerdings wurde die Vormonatsentwicklung nach oben revidiert: Im Mai war die Produktion um 2,9% gestiegen, vorläufig war ein Anstieg um 2,6% gemeldet worden.

Eine deutliche Aufwärtsbewegung ergibt sich zudem im Quartals- und Vorjahresvergleich. Im zweiten Quartal betrug der Produktionszuwachs im Produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt 5,4% gegenüber dem Vorquartal. Im ersten Quartal hatte der Anstieg bei 1,8% gelegen. Nach BMWi-Angaben sorgten kräftige außenwirtschaftliche Impulse und eine Belebung der Investitionstätigkeit im zweiten Quartal für die deutliche Produktionszunahme im Produzierenden Gewerbe. Dieses habe damit “maßgeblich” zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beigetragen, hieß es aus dem BMWi.

Ihr Vorjahresniveau überstieg die Produktion im Juni arbeitstäglich bereinigt um 10,9% und im Vergleich zum Mai/Juni 2009 um 11,9%. “Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe hat damit den größten Teil der krisenbedingten Verluste wieder aufgeholt”, folgern die BMWi-Konjunkturexperten. Angesichts einer spürbar verbesserten Auftragslage dürfte vor allem die Industrie auch in den kommenden Monaten einer der zentralen Faktoren für die Fortsetzung der konjunkturellen Erholung in Deutschland bleiben. Das werde auch durch die zuletzt kräftige Aufhellung wichtiger Stimmungsindikatoren unterlegt, heißt es aus dem BMWi.

Im Juni allerdings schwächten sich sowohl die Industrieproduktion als auch die Erzeugung im Bauhauptgewerbe jeweils um 0,9% ab. Innerhalb der Industrie reduzierten die Hersteller von Investitionsgütern ihre Erzeugung um 1,1% und die Produzenten von Vorleistungsgütern um 1,0%. Demgegenüber konnten die Konsumgüterproduzenten einen Produktionsanstieg um 0,2% verbuchen. Der Ausstoß im Energiesektor erhöhte sich um 3,6%.

Im Zweimonatsvergleich Mai/Juni gegenüber März/April stieg die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt um 3,3%. Besonders der um 3,4% größere Ausstoß im Industriebereich trug zum Produktionsanstieg bei. Am dynamischsten innerhalb der Industrie waren die Vorleistungsgüterhersteller mit einem Plus von 4,0% und die Investitionsgüterhersteller, die ihre Erzeugung um 3,7% steigern konnten. Die Konsumgüterproduktion stieg um 1,0%. Die Energieerzeugung wurde um 6,7% ausgeweitet. Im Bauhauptgewerbe hingegen verringerte sich in dieser Betrachtung die Produktion um 1,1%.

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe überschritt ihr Vorjahresniveau im Mai/Juni arbeitstäglich bereinigt um 11,9%. Die Industrieproduktion lag um 12,6%, die Erzeugung im Bauhauptgewerbe um 3,7% über dem Stand des Vorjahres.