Festge Reinhold VDMA-Praesident, Maschinenbau-Gipfel, Konjunktur

VDMA-Präsident Dr. Festge forderte klare Regelungen für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. - Bild: Anna McMaster

Aufgrund von vielen Krisenherden in der Welt geht VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge 2016 von einer Stagnation der Produktion des Maschinenbaus aus. Das sagte Festge auf dem 8. Deutschen Maschinenbau-Gipfel von VDMA und der Fachzeitung Produktion. Schon im Sommer musste der VDMA seine Prognose von 2 % für 2015 zurücknehmen: Er geht auch in diesem Jahr von einem Nullwachstum aus.

Die Beschäftigung ist in diesem Jahr ebenso konstant geblieben, wie VDMA-Chefvolkswirt Dr. ­Ralph Wiechers ergänzte. Und im nächsten Jahr ist dem Verband zufolge auch nicht von vielen Neueinstellungen auszugehen. „Bei Nullwachstum und einer normalen Produktivität sollten wir nicht damit rechnen, dass wir Beschäftigungsaufbau haben", so Wiechers.

Festge zufolge will und wird der Maschinenbau auch seinen Beitrag leisten, die Flüchtlinge in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Aber das ist keine Sache von Monaten, sondern ein langer Prozess, für den wir klare Regelungen brauchen", forderte Festge. Er wolle auch vor der Illusion warnen, die mancher Politiker vielleicht hege, dass es nur eines Deutsch-Kurses und einer kurzen innerbetrieblichen Ausbildung bedürfe, damit aus Flüchtlingen qualifizierte Arbeitnehmer werden. Die Industrie werde das Problem der Integration für die Politik nicht lösen können. Festge: „Aber wir stellen uns dieser Herausforderung."

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will der Wirtschaft eine Brücke bauen, damit sie eher Flüchtlinge als Auszubildende einstellt. Gabriel will CDU/CSU davon überzeugen, dass Flüchtlinge, die eine Ausbildung in Deutschland abgeschlossen haben, in diesem Land bleiben dürfen. Das sagte Gabriel auf Anfrage von Produktion.

Bisher steht in dem Gesetz eine Soll-Formulierung: Es gibt die Möglichkeit, dass der Auszubildende im Land bleibt. „Das finde ich nicht klug", so Gabriel. Deshalb versuche die SPD, den Koalitionspartner dazu zu bringen, dass für Flüchtlinge „nach abgeschlossener Ausbildung mindestens zwei Jahre eine Arbeitserlaubnis existiert, und zwar unabhängig vom ausländerrechtlichen Status".