DÜSSELDORF (ks). Thorsten Herdan, energiepolitischer Sprecher des Verbandes kritisierte im “Handelsblatt” vor allem den Tenor der Anzeige, der stark auf die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke abhebe. “Diese einseitige Beachtung geht in die falsche Richtung”, sagte Herdan. “Dadurch werden notwendige Investitionen in effiziente Kohlekraftwerke gefährdet.” Schon jetzt würden kaum neue Kohlekraftwerke gebaut, während vor einigen Jahren noch fast 40 in Planung gewesen seien. Herdan sprach sich dagegen aus, den bisher gesetzlich festgeschriebenen Vorrang für die erneuerbaren Energien aufzuheben.

Der VDMA hat sich an der Anzeigenkampagne des BDI und der großen Stromkonzerne nicht beteiligt. Eine differenzierende Betrachtungsweise im Sinne eines notwenigen Energiemixes, bei dem auch die Kohle nicht vergessen wird, sei notwendig, so der VDMA.

Aus der Elektroindustrie habe zwar Friedhelm Loh unterschrieben, aber nur in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des BDI, nicht als Chef des Elektroverbandes ZVEI, so das “Handelsblatt”. Siemens-Chef Peter Löscher gehört nicht zu den Unterzeichnern. Beim Kraftwerksbauer Alstom  heißt es, man sei nicht angesprochen worden. “Wir setzen auf den Energiemix, aber man darf die Kohle nicht vergessen”, sagte ein Sprecher dem “Handelsblatt”.