FRANKFURT (Dow Jones/rm). Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Survey of Professional Forecasters (SFP) für das zweite Quartal hervorgeht, rechnen die Experten 2010 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,1%.

Bei der im Vorquartal veröffentlichten Umfrage war für 2010 ein BIP-Anstieg um 1,2% vorausgesagt worden. Auch die Wirtschaftsentwicklung im kommenden Jahr wird skeptischer gesehen, hier erwarten die Experten nur noch einen BIP-Zuwachs um 1,5%, nachdem zu Jahresbeginn noch eine Expansion um 1,6% prognostiziert worden war. Langfristig rechnen die Experten weiterhin mit einer Wachstumsbeschleunigung auf 1,8%.

Der Preisdruck dürfte den Experten zufolge im laufenden Jahr etwas höher ausfallen als erwartet. Für 2010 wird nun ein jahresdurchschnittlicher Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von 1,4% (zuvor: plus 1,3%) erwartet. Gründe für die höhere Inflationsprognose seien das Wiederanziehen der Rohstoffpreise – vor allem der Energie- und Nahrungsmittelpreise – und der schwächere Wechselkurs.

“Die Prognostiker erwarten, dass die Auswirkungen dieses Anstiegs vorübergehender Natur sind und auf mittlere Sicht durch eine Abschwächung der Kerninflation ausgeglichen werden”, erklärte die EZB in ihrem Monatsbericht. Die Jahresteuerung für 2011 wird weiterhin bei 1,5% gesehen. Erstmals wurden die Umfrageteilnehmer auch gebeten, eine Inflationsprognose für 2012 abzugeben. Den Antworten sei zu entnehmen, dass für 2010 mit einer Teuerung von durchschnittlich 1,7% gerechnet wird.

Langfristig prognostizieren die Experten eine HVPI-Teuerung von 1,9%. Sie stimmt damit mit der von der EZB verfolgten Preisstabilitätsnorm einer Jahresteuerung von “unter, aber nahe 2%” überein. Die Erhebung, an der 54 Prognostiker teilnahmen, wurde vom 16. bis 20. April 2010 durchgeführt.