US-Börse China Einbruch

Der Einbruch an der Börse von Schanghai wirkte sich auch auf die Wall Street aus. - Bild: kru

Die US-Börsen erwiesen sich noch als recht robust, verglichen etwa mit Europa, wo es über 2 Prozent abwärts ging. Noch dramatischer sah es an den chinesischen Börsen aus, wo die Kurse in Schanghai um fast 9 Prozent einbrachen. Die Sorge um die Wirtschaftslage im Reich der Mitte beunruhigte die Anleger rund um den Globus. Bemühungen der chinesischen Regierung in der vergangenen Woche, die heimischen Börsen zu stabilisieren, hatten damit nur vorübergehend Erfolg.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,7 Prozent auf 17 441 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,6 Prozent, der Nasdaq-Composite reduzierte sich um 1,0 Prozent. Das Umsatzvolumen stieg an auf 922 (Freitag: 892) Millionen Aktien. Kursverlierer waren mit 2300 (2308) Titeln erneut klar in der Überzahl. Ihnen standen nur 882 (862) Gewinner gegenüber. Unverändert gingen 75 (88) Titel aus dem Handel.

Staatsanleihen waren gesucht

Noch zu Beginn der vergangenen Woche war der S&P-500 dicht an sein Rekordhoch aus dem Mai herangerückt, während der Nasdaq-Composite ein neues Allzeithoch erreicht hatte. Der S&P-500 nähere sich aktuell der Unterstützung bei 2044 Punkten, sagte Katie Stockton, leitende Technische Strategin bei BTIG. Sie selbst ist noch nicht pessimistisch gestimmt. Anleger neigten dazu, jeden Rücksetzer als Vorboten einer noch viel schlimmeren Entwicklung zu interpretieren. Das sei durchaus gesund. Die Strategin betrachtet Rückschläge, die die Kurse in die Nähe ihrer Unterstützungen führen, als Kaufgelegenheiten.

Die Bilanzsaison machte am Montag eine Pause, zumindest was die Flaggschiffe der US-Unternehmenslandschaft angeht, und an bedeutenden Konjunkturdaten wurden nur die Auftragseingänge bei langlebigen Wirtschaftsgütern veröffentlicht. Sie sind im Juni mit 3,4 Prozent etwas stärker gestiegen als erwartet, was die Aktienkurse aber nicht zu stützen vermochte.

Fiat Chrysler litten unter einer Strafe in Höhe von 105 Millionen Dollar, die die US-Verkehrsbehörde gegen den Konzern verhängt hat. Bei mehreren Rückrufaktionen habe Fiat Chrysler Fehler gemacht, so der Vorwurf der Behörde. In den USA verzeichnete die Aktie ein Minus von 4,8 Prozent; in Mailand hatten die die Titel knapp 7 Prozent verloren.

Gegen den Trend legte die Aktie von General Electric (GE) 0,5 Prozent zu. Der französische Industriekonzern Alstom will den Verkaufspreis des Großteils seiner Energiesparte an GE senken. Damit will Alstom die Zugeständnisse finanziell unterstützen, die der US-Mischkonzern den europäischen Kartellhütern im Gegenzug für die Zustimmung zu dem Milliardendeal vorgeschlagen hat. Der Verkaufspreis von ursprünglich 12,35 Milliarden Euro solle um 300 Millionen Euro reduziert werden, teilte Alstom mit.

Vor dem Hintergrund der schwachen Aktienmärkte und drastisch gefallener Rohstoffpreise waren Staatsanleihen gesucht. Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Festverzinslichen davon, dass die Mai-Daten zu den Auftragseingängen nach unten revidiert wurden. Steigende Kurse ließen die Rendite zehnjähriger Treasurys um 3 Basispunkte auf 2,22 Prozent sinken.

Die Flucht in die vermeintlich sicheren Anleihen birgt derzeit indes auch Risiken: Sollte die US-Notenbank im Anschluss an ihre Zinssitzung am Mittwoch bestätigen, dass sie ungeachtet der Sorgen um die Weltkonjunktur in diesem Jahr die Zinsen erhöhen wird, könnten die Anleihekurse wieder kräftig zurückkommen, warnten Händler. Vor allem Anleihen mit kürzeren Laufzeiten dürften dann verkauft werden, denn sie reagieren in der Regel besonders stark auf Zinserhöhungen.

Befürchtet wird, dass China weniger Öl abnehmen wird

Der Euro profitierte vom überraschend gut ausgefallenen deutschen ifo-Index. Die Gemeinschaftswährung notierte knapp unter 1,11 Dollar. Im späten US-Handel am Freitag kostete der Euro etwa 1,0980 Dollar. Händler sagten überdies, am Markt gehe die Spekulation um, dass die US-Notenbank wegen der chinesischen Turbulenzen doch später mit einer Zinserhöhung aufwarten wird; dies brachte Druck auf den Dollar.

Der Goldpreis stabilisierte sich dank des etwas schwächeren Dollar und stieg um 7 Dollar gegenüber dem Settlementpreis vom Freitagabend auf 1.094 Dollar je Feinunze.

Am Ölmarkt setzte sich der Preisverfall unterdessen fort, getrieben von Befürchtungen, dass China aufgrund seiner schwächelnden Wirtschaft weniger Öl abnehmen wird. Das Barrel Leichtöl der US-Sorte WTI ermäßigte sich um 1,6 Prozent auf 47,39 Dollar, das war das niedrigste Settlement seit dem 20. März.

Dow Jones Newswires/Gunnar Knüpffer