WASHINGTON (DJ/ilk). Wie das US-Handelsministerium berichtete, gingen die Orders langlebiger Güter gegenüber dem Vormonat um 1,0% auf saisonbereinigt 190,5 Mrd Dollar zurück. Der Vormonatswert wurde auf minus 0,8% (vorläufig: minus 0,6%) revidiert.

Der Auftragseingang für Transportausrüstungen verzeichnete im Juni einen besonders starken Rückgang, was vor allem an niedrigeren Bestellungen für zivile Flugzeuge und -teile lag. Ökonomen hatten hier im Vorfeld einen Zuwachs erwartet und zur Begründung auf die Daten des Flugzeugherstellers Boeing verwiesen.

Für den Ordereingang ohne den Transportbereich wurde im Juni ein Minus von 0,6% gemeldet. Der Vormonatswert wurde mit plus 1,2% angegeben. “Damit ist die Entwicklung ohne den schwankungsanfälligen Transportgütersektor am aktuellen Rand günstiger als die gesamten Auftragseingänge vermuten lassen”, sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer.

Auch NordLB-Ökonom Tobias Basse betonte, die Oderdaten seien nur auf den ersten Blick schwach. Der für den Berichtsmonat gemeldete Rückgang sei nämlich in nennenswertem Maße auf rückläufige Bestellungen im Luftfahrtbereich zurückzuführen. Die Abschwächung bei den zivilen Flugzeugen dürfe angesichts des außerordentlichen Zulegens im April um 215,7% zum Vormonat aber zunächst nicht überbewertet werden.

Bei den Auftragseingängen außerhalb des Rüstungsbereichs ergab sich – wie bereits im Vormonat – eine Abnahme um 0,7%. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge, die als wichtige Messgröße für die Unternehmensausgaben gelten, kletterten um 0,6%; im Vormonat war ein Plus von 4,6% registriert worden. Bankvolkswirte werteten diesen Anstieg als einen klaren Hinweis auf die anhaltende Investitionstätigkeit der Unternehmen.

Die Aufträge in dieser Abgrenzung korrelieren in der Regel gut mit den Ausrüstungsinvestitionen und deuten somit auf eine Fortsetzung der Investitionsbelebung hin, erklärte auch Bayer. “Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die US-Industrie ganz offensichtlich aktuell an Schwung verliert”, fügte der Postbank-Ökonom hinzu. Ein Rückfall in die Rezession sei aber nicht zu erwarten.

Die Lagerbestände für langlebige Güter erhöhten sich den sechsten Monat in Folge. Hier wurde ein Plus von 0,9% auf 308,2 Mrd Dollar registriert, nach einem Anstieg um 1,1% im Mai.