BERLIN (Dow Jones/mn).  “Damit dürfte das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im zweiten Vierteljahr 2010 deutlich höher ausfallen als noch im ersten Quartal”, heißt es im BMF-Monatsbericht, der am Montag in Berlin veröffentlicht wurde.

Zu dieser guten Entwicklung tragen laut BMF nicht nur Nachholeffekte bei, die aus den witterungsbedingten Produktionsausfällen zu Jahresbeginn resultierten. Vielmehr habe sich die Dynamik im industriellen Bereich inzwischen “merklich erhöht”. Das erneut deutliche Plus beim industriellen Auftragseingang im April wie der Auftragseingang beim Bau signalisierten, dass sich die industrielle Aktivität auch im weiteren Jahresverlauf günstig entwickeln und die Erholung am Bau fortsetzen dürfte.

Die konjunkturelle Erholung insgesamt wird nach BMF-Angaben maßgeblich von der außenwirtschaftlichen Entwicklung getragen. Sowohl das aktuelle Indikatorenbild als auch die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen signalisierten eine Fortsetzung der dynamischen Aufwärtsentwicklung der Warenexporte. Die guten Exportaussichten basierten auf den Anzeichen einer weiteren Belebung der Weltwirtschaft.

Auch die Importtätigkeit dürfte laut BMF aufwärtsgerichtet bleiben, nicht zuletzt, weil von einer allmählichen Belebung der Binnennachfrage ausgegangen werden könne. Allerdings entwickele sich die inländische Nachfrage nach Konsumgütern weiter schwach. Auch für das zweite Quartal geht das BMF davon aus, dass eine spürbare Belebung des privaten Konsums ausgeblieben ist.

Allerdings deute die zum dritten Mal in Folge günstigere Beurteilung der Geschäftsaussichten der Einzelhändler auf eine “gewisse Stabilisierungstendenz” in diesem Bereich hin. Insgesamt aber dürfte sich der private Konsum weiterhin wenig dynamisch entwickeln. Die Preisentwicklung auf der Verbraucherstufe erweise sich weiterhin als sehr ruhig, heißt es im BMF-Monatsbericht.

Das Bundesfinanzministerium rechnet inzwischen kaum mehr mit einem plötzlichen Einbruch am Arbeitsmarkt. “Mit wieder zunehmender Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe dürfte das Risiko einer abrupten Beschäftigungsreaktion weiter abgenommen haben”, heißt es im Monatsbericht.