BERLIN (DJ/gk). Die Bundesregierung rechnet nach dem überaus kräftigen Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal 2011 um 1,5% im weiteren Jahresverlauf mit einer nachlassenden Wachstumdsdynamik. “In einem gerade in Europa nach wie vor teilweise schwierigen wirtschaftlichen Umfeld sowie vor dem Hintergrund weiterer geopolitischer Risiken dürfte die deutsche Volkswirtschaft im Verlauf des Jahres auf einen etwas moderateren Wachstumspfad einschwenken”, heißt es im aktuellen, am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi). Hierauf deuteten auch bereits einige nationale und internationale Konjunkturindikatoren.

Gleichwohl laufe die deutsche Wirtschaft weiter auf hohen Touren. Nachholeffekte und eine nach kurzer Winterstrenge schnell und kräftig einsetzende Frühjahrsbelebung hätten zum starken Jahresauftakt beigetragen. Das BMWi sieht das produzierende Gewerbe weiter auf Wachstumskurs und die Aussichten für die Industrie seien bei einer voraussichtlich etwas ruhigeren Entwicklung weiter positiv.

Zuversichtlich ist das BMWi auch für die weitere Entwicklung der privaten Konsumausgaben. Die Umfragewerte unter privaten Haushalten und Einzelhändlern seien weiter überdurchschnittlich positiv. Die günstige Entwicklung der Beschäftigung und die Zunahme der verfügbaren Einkommen wirkten sich trotz anziehender Verbraucherpreise positiv aus.

Auch die Entwicklung des Außenhandels verlaufe weiter sehr lebhaft. Die Rahmenbedingungen für die Außenwirtschaft werden aus BMWi-Sicht jedoch etwas ungünstiger. “Die Expansionsgeschwindigkeiten von Weltwirtschaft und Welthandel scheinen etwas abzunehmen und die Frühindikatoren für wichtige Wirtschaftsregionen senden gemischte Signale”, heißt es im Monatsbericht zur wirtschaftlichen lage in der Bundesrepublik Deutschland im Mai 2011.

Für den Arbeitsmarkt stellen die BMWi-Experten fest, dass die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hoch bleibe. Diese “könnte aber in ihrer Dynamik den Zenit erreicht haben”. Als Ursache des Verbraucherpreisanstieges nennen die BMWi-Konjunkturexperten vor allem die Energiepreise. Diese seien “preistreibende Kraft” gewesen. Der Anstieg der übrigen Preiskomponenten halte sich noch in Grenzen.