Konjunktur ZEW-Index

Positive Wirtschaftsdaten aus China haben die Stimmung unter Finanzmarktexperten deutlich verbessert. - Bild: fotolia/kleemann211

Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen stieg auf 11,2 Punkte von 4,3 im Vormonat. Das ZEW machte dafür positive Nachrichten aus China verantwortlich.

Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg auf 9,0 vorausgesagt. Der Indexstand ist mit dem deutlichen Anstieg nun beinahe drei Mal so hoch wie im März, liegt aber auch weiterhin deutlich unter seinem langfristigen Mittelwert von 24,5 Punkten.

Der Index der Lagebeurteilung verschlechterte sich allerdings von 50,7 auf 47,7 Punkte. Erwartet worden war ein Anstieg auf 51,0.

"Überraschend positive Wirtschaftsnachrichten aus China dürften die Stimmung unter den Finanzmarktexperten aufgehellt haben", erklärte der ZEW-Finanzmarktexperte Sascha Steffen. Unter dem Strich bleibe die anhaltende Wachstumsschwäche Chinas und anderer wichtiger Schwellenländer jedoch eine Belastung für die deutsche Exportwirtschaft. "Auch die Sorge über einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens dürfte sich belastend auswirken", meinte der Leiter des Forschungsbereichs "Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement" bei dem Mannheimer Institut.

Noch im März hatten sich die ZEW-Konjunkturerwartungen nicht ganz so stark erholt wie erwartet. Sie waren auf 4,3 Punkte von 1,0 im Vormonat gestiegen, Analysten hatten jedoch mit einer Zunahme auf 5,5 gerechnet. Der Index der Lagebeurteilung war im März auf 50,7 von zuvor 52,3 Punkten gesunken.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verbesserten sich im April ebenfalls. Der entsprechende Indikator stieg um 10,9 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 21,5. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum sank dagegen im April um 0,3 auf minus 12,1 Punkte.