Die Schuldenkrise in Europa und den USA legt sich laut dem ZEW

Die Schuldenkrise in Europa und den USA legt sich laut dem ZEW "wie Mehltau" auf die Konjunktur (Bild: Thomas Reimer - Fotolia).

MANNHEIM (Dow Jones/ks)–Wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte, sank der unter Finanzanalysten und institutionellen Investoren ermittelte Index der Konjunkturerwartungen auf minus 55,2 Punkte von minus 48,3 im Oktober. Der neunte Rückgang in Folge trug den Index auf das niedrigste Niveau seit Oktober 2008. Die von Dow Jones Newswires befragten Bankvolkswirte hatten einen Rückgang auf minus 52,0 prognostiziert. Der Index der Konjunkturlage verringerte sich auf plus 34,2 (Vormonat: plus 38,4) Punkte. Erwartet worden war ein Rückgang auf plus 31,5.

Das ZEW teilte mit, die Regierungskrisen in Italien und Griechenland hätten die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung des Euroraums weiter verstärkt. ZEW-Präsident Wolfgang Franz sagte: “Der Welthandel schwächt sich ab und die Schuldenproblematik im Euroraum und in den Vereinigten Staaten legt sich wie Mehltau auf die Konjunktur. Diese Risiken können noch gewichtiger werden, was das Wachstum in Deutschland weiter beeinträchtigen dürfte.”

Der Anteil der befragten Analysten, die für die kommenden sechs Monate mit sinkenden Kurzfristzinsen im Euroraum rechnen, erhöhte sich im November auf 50,7% (zuvor: 37,3%). Mit gleichbleibenden Zinsen rechnen nun noch 42,1 % (50,7%). Ferner meinten 84,7% (85,8%) der Befragten, dass sich die kurzfristigen Zinsen in den USA nicht ändern würden. Für Großbritannien sahen 74,4% (78,9%) unveränderte Kurzfristzinsen.

Die Erwartungen von Kursanstiegen an den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten sind im November geschwunden. Es gaben nur noch 35,1% (50,2%) der Befragten an, auf Sicht von sechs Monaten einen steigenden Stoxx-50-Index zu sehen. 35,5% (29,9%) sahen dagegen stagnierende Kürse. Höhere Stände beim DAX sagten 38,6% (55,1%) voraus, wöhrend 32,8% (25,1%) stagnierende Kurse erwarteten. Für den Dow-Jones-Index erwarteten %37,1 (48,7%) Kursanstiege und 35,9% (33,3%) unveränderte Kurse.

Hinsichtlich des Ölpreises haben sich die Erwartungen kaum verändert. So rechnen noch 21,3% (24,5%) der Befragten damit, dass der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent in den nächsten Monaten steigen wird, 49,8% (49,4%) sagen einen unveränderten Ölpreis voraus und 28,9% (26,1%) einen sinkenden.