MANNHEIM (DJ/ilk). Das ZEW erklärte den Indexrückgang hauptsächlich mit der derzeitigen Hochkonjunktur, die eine weitere Verbesserung unwahrscheinlicher erscheinen lasse. Zum anderen hätten die befragten Experten stärker die weltwirtschaftlichen Risiken betont, die sich aus den Ereignissen in Japan und im arabischen Raum ergäben. “Trotz der erfreulichen Konjunkturentwicklung ergeben sich Risiken derzeit vor allem aus den steigenden Rohstoffpreisen, die möglicherweise in Zweitrundeneffekte münden, mit der Folge eines restriktiveren Kurses der Europäischen Zentralbank”, kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz den Indexrückgang.

Das Institut wies darauf hin, dass sich in der aktuellen Umfrage gegenüber den Ergebnissen der vorherigen Umfrage keine Verschlechterung ergebe, wenn man die April-Ergebnisse nur mit jenen März-Ergebnissen vergleiche, die nach der Erdbebenkatastrophe in Japan eingegangen seien.

“Offensichtlich sind die Analysten weiterhin unsicher, wie lange die deutsche Wirtschaft ihre aktuelle hohe Dynamik halten kann, und zu dieser Unsicherheit mögen auch die zahlreichen aktuellen Krisen in Japan, Nordafrika und Europa beigetragen haben”, meinte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Ein klares Signal geht Solveen zufolge vom ZEW-Index derzeit nicht aus. So zeige der Sechsmonatsdurchschnitt, der in früheren Zyklen recht zuverlässig die Wendepunkte des Indikators und auch der Konjunktur angezeigt habe, trotz der jüngsten Rückgänge noch leicht nach oben, was sich aber bald wieder ändern könnte. Zudem habe die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren zumindest Zweifel an der Prognosequalität geweckt.