Container am Hafen

Wolken am Himmel des internationalen Handelsverkehrs: Nachdem die USA Sonderzölle gegen China verhängt haben, hat Peking Gegenmaßnahmen angekündigt. - Bild: Pixabay

Nur kurze Zeit, nachdem die US-Regierung unter Präsident Donald Trump neue Sonderzölle auf China-Importe verhängt hatte, kam die Reaktion aus Peking. China werde zeitgleich mit den neuen US-Zöllen Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, kündigte das Wirtschaftsministerium am Dienstag in einer Mitteilung an.

Die jetzt verhängten US-Zölle würden neue Unsicherheiten in die Gespräche über die Handelsbeziehungen der beiden Länder bringen, hieß es aus Peking. Im Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zeigte sich damit ein gewohntes Bild: Auf die Ankündigung von neuen Zöllen durch die USA folgte umgehend die Reaktion aus Peking.

In der Nacht zum Dienstag hatte US-Präsident Trump seinen bisher größten Schlag im Handelsstreit gelandet und die Hälfte aller Warenimporte aus China mit Sonderzöllen belegt.Den bisher verhängten Sonderzöllen auf Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar werden am 24. September Zölle auf Waren im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar folgen, kündigte die US-Regierung in Washington an.

Der deutsche Außenhandelsverband BGA zeigt sich von diesen Entwicklungen zutiefst verunsichert. Außenhandelspräsident Holger Bingmann sagte der "Rheinischen Post" (Mittwoch): "Bisher war ich vorsichtig optimistisch, dass Handelsgespräche zu einem positiven Ergebnis führen könnten. Dass Trump nun tatsächlich noch diesen Zoll-Hammer rausholt, versetzt mich in tiefe Unruhe."

Ifo: Risiken überwiegen die Vorteile

Nach Ansicht des Ifo-Experten Gabriel Felbermayr sind die US-Strafzölle auf chinesische Produkte für die EU auch eine Gelegenheit, eigene Interessen durchzusetzen. "Europa könnte zum großen Profiteur werden, wenn sich China zu Zugeständnissen im Rahmen der WTO drängen lässt", sagte Felbermayr, Leiter des Ifo Zentrums für Außenwirtschaft, am Dienstag in München. Das könnte dann der wettbewerbsfähigen deutschen Industrie deutlich mehr nutzen als der amerikanischen.

Insgesamt aber erhöhe der Handelskrieg zwischen den USA und China die weltwirtschaftlichen Risiken deutlich, betonte der Experte des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts. Er führe zu Aufwertungsdruck auf den Dollar, das belaste die Schwellenländer. Wenn europäische Konzerne in den USA oder China für den Weltmarkt produzieren, dann stiegen auch für sie die Kosten. Und in China selbst kämen manche überschuldete Unternehmen unter zusätzlichen Druck.

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DIHK warnt vor Belastungen für deutsche Wirtschaft

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) betonte, der Streit zwischen China und den USA treffe auch die deutsche Wirtschaft. Deutsche Unternehmen hätten sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in China viel investiert und beschäftigten in beiden Wirtschaftsräumen jeweils rund eine Million Menschen, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier in Berlin.

Viele ihrer Produkte würden über den Pazifik hinweg gehandelt und könnten zukünftig schwerer abgesetzt werden. "Am Ende werden alle Produkte einfach teurer, ohne dass irgendjemand davon einen Mehrwert hätte", betonte Treier. Die Unternehmen benötigten dringend wieder Klarheit und Verlässlichkeit über die Rahmenbedingungen weltweit.