Das Team von Harting Electronics feierte mit seinem Produktionsvorstand Torsten Ratzmann intensiv

Das Team von Harting Electronics feierte mit seinem Produktionsvorstand Torsten Ratzmann intensiv die Auszeichnung Die Fabrik des Jahres 2014. -Bild: Anna McMaster

Die Sieger des Wettbewerbs wie Harting berichteten auf dem Kongress Die Fabrik des Jahres 2014, wie sie auf Eigenverantwortung der Mitarbeiter setzen.

Harting misst einen Mitarbeiter-Zufriedenheits-Index, einen Happy-Team-Index, um festzustellen, wie das Team aufgestellt ist. Damit wird überprüft, ob das Team auch in krischen Situationen noch funktioniert, agiert und die Leistung bringt. Das erläuterte Produktionsvorstand Torsten Ratzmann, der mit Harting Electronics den Gesamtsieg bei der Fabrik des Jahres errang, beim begleitenden Kongress in Hannover.

Damit das Team von Harting fit ist, setzt Ratzmann auf Aus- und Weiterbildung. Das unternehmenseigene Ausbildungssystem auf Basis des Harting Learning and Improvement System (pro HARlis) legt insbesondere einen Fokus auf Orientierung der Mitarbeiter, so dass diese wissen, wohin die Reise geht. Ein wichtiger Punkt ist darin auch das Thema Gelassenheit. „In einer hektischen Situation hilft es nichts, wenn man emotional reagiert, dann gilt es, eine gewisse Gelassenheit zu haben, um die Dinge zu analysieren und damit entsprechend umzugehen“, erklärte Ratzmann. „Am Ende des Tages ist es Ihr Herzinfarkt, wenn Sie zu hektisch mit den Themen umgehen.“

Harting fördert Mitarbeiter, damit sie Aufgaben selbständig bewältigen können

Der Vorstand verglich sein Vorgehen mit dem der Fußballnationalmannschaft beim Gewinn der Weltmeisterschaft: zum Beispiel beim Thema Rückschläge wegzustecken. So musste die Mannschaft den Ausfall von Reuss verkraften. „Auch bei uns spielen nicht immer alle mit“, gab der Manager preis. Dann habe sich die Frage gestellt, woran das liegt.

Liege ein ‚Weiß-nicht-Problem‘ vor, dann müsse besser individuell informiert werden, sei es ein ‚Kann-nicht-Problem‘, dann müsse der Mitarbeiter stärker gefördert werden. Gibt es ein ‚Will-nicht-Problem‘, so müsse die Führungskraft laut Ratzmann Raum für Motivation schaffen. Welche Anreize könne man bieten, damit die Mitarbeiter sich selbst motivieren? Oder handelt es sich um ein ‚Darf-nicht-Problem‘, dann müsse ein Entscheidungsspielraum geschaffen werden, damit die Dinge vorangehen.

Für den Vorstand stellt sich die Frage: Was muss ich als Chef tun, damit mein Mitarbeiter erfolgreich ist? Das hieße auch, den Blickwinkel zu verändern und sich zu überlegen, was man anders machen muss. Mit all diesen Schritten will die Fabrik des Jahres 2014 der „Weltmarktführer im Umgang mit Menschen“ werden.

Das Prinzip, Verantwortung an den Mitarbeiter weiterzugeben, hat der Sieger in der Kategorie Global Excellence in Operations, Rational in Landsberg, auf die Spitze getrieben. Bei dem Gartechnik-Hersteller sollen die Mitarbeiter wie ein Unternehmer in ihrem Aufgabenbereich arbeiten. Die Fachkräfte entwickeln selbständig ihre Arbeitsmethoden weiter und entscheiden dabei selbst, wie der Vorstand Bereich Technik, Peter Wiedemann, auf dem Kongress Die Fabrik des Jahres/GEO berichtete. Jeder Mitarbeiter arbeitet in dabei in seinem individuellen Arbeitstempo. Mit seinem Namen steht er für die Qualität gerade.

Gunnar Knüpffer