Ölpumpe

Tiefststand bei Ölpreisen aufgrund hoher Fördermengen. Foto: pixabay/drpepperscott230

Hinter dem anhaltenden Preisverfall stecken weiter steigende Förderquoten, die zu weltweit immer größeren Angebotsüberschüssen führen und die Sorgen um einen weiteren Preisverfall weiter schüren. Am Londoner Terminmarkt fällt der Preis für Brent mit Lieferung im Februar um 1,4 Prozent auf 36,35 Dollar je Fass. Im Tagestief war der Preis bis auf 36,05 Dollar gesunken.

Der Preis für den Terminkontrakt US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im Januar verliert an seinem letzten Handelstag, bevor der Februarkontrakt Markt führend wird, 1,1 Prozent auf 34,35 Dollar. Damit handelt das Barrel WTI praktisch auf Tagestief. Der ab Dienstag Markt führende Februarkontrakt ermäßigt sich um ebenfalls um 1,1 Prozent auf 35,68 Dollar. Die Prognosen für Ölproduzenten bleiben düster. Massive Angebotsüberschüsse und ein starker Dollar belasten den Markt weiterhin schwer.

Wie tief die Ölpreise noch genau fallen werden, ist unter Analysten umstritten. So insistiert die US-Investmentbank Goldman Sachs darauf, dass ein Ölpreis von 20 Dollar im kommenden Jahr möglich sei. Andere glauben, dass ein weiterer Rückgang des Brent-Ölpreises um 1,50 Dollar je Barrel verstärkt Händler und Fondsmanager anlocken dürfte und es daraufhin zu einer Art Mini-Rally kommen könne.

"Der Markt ist derzeit ziemlich schwach, ein weiterer Preisverfall für Brent auf 35 Dollar pro Fass ist kurzfristig sehr wahrscheinlich. Doch bald dürfte die Schnäppchenjagd von Hedgefondsverwaltern den Preisen wieder einen Schub verpassen", sagt Rohstoffanalyst Daniel Ang von Phillip Futures.

Das weltweite Problem mit der Überversorgung ist inzwischen so akut geworden, dass Analysten der britischen Bank Barclays es sogar für möglich halten, dass der tägliche Überschussumfang die vorhandenen Lagerkapazitäten übersteigen könne. "Der Ölmarkt dürfte auch im Laufe des Jahres 2016 Überschüsse produzieren, der Aufbau von Lagerbeständen dürfte sich dagegen etwas verlangsamen. Bisher gibt es auch noch genug Möglichkeiten, die Bestände auf dem Festland zu lagern", heißt es in einer Mittelung der Bank.

Der US-Schieferölmarkt verwirrt seine Beobachter immer mehr. Jüngste Daten deuten darauf hin, dass die Anzahl an aktiven Förderanlagen in der vergangenen Woche wieder um 17 gestiegen ist. Dies suggeriert, dass der für Anfang 2016 vorausgesagte Produktionseinbruch nicht eintreten wird und der Produktionsrückgang viel langsamer und zeitintensiver vonstatten gehen dürfte als erwartet. Derzeit wird am Markt erwartet, dass die US-Ölproduktion bis Mitte 2016 von dem aktuellen Stand bei 9,1 Millionen Faß pro Tag auf 8,6 Millionen Fass pro Tag schrumpfen wird.