Thomas Blades

Linde-Vorstand Thomas Blades (59) könnte Nachfolger des Norwegers Per Utnegaard (56) an der Spitze des Mannheimer Krisenkonzerns Bilfinger werden. - Bild: Linde

Am Donnerstagabend teilte Bilfinger mit, dass Gespräche mit Linde-Vorstand Thomas Blades und weiteren Kandidaten über die Neubesetzung des Vorstandsvorsitzes laufen. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen. Ein Beschluss des Aufsichtsrats über die Bestellung des künftigen Vorstandsvorsitzenden sei bisher nicht gefasst worden.

Es wäre nach dem glücklosen ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, dem Koch-Vorgänger und dem danach zwischenzeitlich wieder zurückgeholten Interimschef Herbert Bodner sowie Utnegaard der vierte Chef innerhalb von zwei Jahren. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Finanzvorstand Axel Salzmann den Konzern führen.

Utnegaards Rücktritt kam für Bilfinger zur Unzeit. Der Manager hatte den Konzern im vergangenen Sommer in einem desolaten Zustand übernommen. Bilfinger steckte nach einer Serie von Gewinnwarnungen in tiefen Schwierigkeiten. Eine hohe Komplexität, Ineffizienz, eine mangelnde Risikosteuerung, Überkapazitäten, Preisdruck, sowie anhaltende Probleme im europäischen Öl- und Gassektor lasten auf dem Konzern. Im vergangenen Jahr schrieb Bilfinger das zweite Jahr in Folge rote Zahlen, die Dividende wurde gestrichen.

Der überraschende Rücktritt von Utnegaard steht nicht im Zusammenhang mit möglichen Differenzen mit dem Aufsichtsrat über die Strategie. Es sei eine "sehr persönliche Entscheidung" Utnegaards gewesen, hieß es aus Unternehmenskreisen. Es habe keine unterschiedliche Auffassung über die Ausrichtung Bilfingers zwischen Vorstand und Aufsichtsrat gegeben, sagte eine mit der Situation vertraute Person.

Utnegaard hatte angekündigt, die komplexen Strukturen des Konzerns zu verringern, Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern. Randbereiche sollten verkauft werden. Die Konzentration sollte auf Industriedienstleistungen und dem Gebäudemanagement in Europa liegen.

"Dieser strategische Weg wird konsequent fortgesetzt und Bilfinger zurück auf einen profitablen Wachstumskurs gebracht", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Eckhard Cordes.