BMW-Chef Norbert Reithofer will auf der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat wechseln. Doch einige

BMW-Chef Norbert Reithofer will auf der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat wechseln. Doch einige Aktionäre machen nicht mit. - Bild: BMW Group

Sofortige Wechsel ohne Abkühlungsphase: BMW-Chef Norbert Reithofer droht auf der Hauptversammlung des Autobauers am Mittwoch Gegenwind von Aktionärsseite.

Das berichtet die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” (F.A.S) unter Berufung auf institutionelle Investoren, die den direkten Wechsel des Vorstandsvorsitzenden an die Spitze des Aufsichtsrates ablehnen. So hätten sich die einflussreichen Aktionärsberater ISS, deren Votum viele internationale Großanleger folgten, bereits festgelegt: “‘Tagesordnungspunkt 6.3.’, die Wahl Reithofers in den Aufsichtsrat, ist abzulehnen”, zitiert die F.A.S. aus dem ihr vorliegenden Report.

Der sofortige Wechsel, ohne Abkühlungsphase, widerspreche der üblichen Praxis und den Corporate-Governance-Empfehlungen, heiße es dort zur Begründung. Auch die deutsche Fondsgesellschaft Union Investment versage BMW in dem Punkt die Unterstützung. “Wir werden gegen Herrn Reithofer stimmen”, kündigte Fondsmanager Ingo Speich in der F.A.S. an. “Ein Aufsichtsratsvorsitzender braucht auch kritische Distanz, um Dinge zu hinterfragen. Das ist ohne Cooling-off nicht möglich.”

Sofortiger Wechsel “widerspreche der üblichen Praxis”

BMW hatte im Dezember den schnellen Wechsel angekündigt. Norbert Reithofer soll demnach die Führung im Mai an den bisherigen Produktionsvorstand Harald Krüger abgeben und Reithofer unmittelbar nach der Hauptversammlung an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln.

BMW selbst nennt das einen “Generationswechsel”. Die Automobilindustrie befinde sich im Umbruch, zitierte der Konzern den amtierenden Aufsichtsratschef Joachim Milberg seinerzeit. BMW solle die Führungsrolle behalten. Vor dem Hintergrund sei es “notwendig, die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Unternehmens rechtzeitig an nachfolgende Generationen zu übergeben”.

Milberg selbst will sich nach der Hauptversammlung am 13. Mai aus dem Aufsichtsrat von BMW zurückziehen. Der 71 Jahre alte Ingenieur war in den Jahren von 1999 bis 2002 Vorstandschef des Konzerns und wechselte unmittelbar danach in das Kontrollgremium. Der amtierende Konzernchef Reithofer war im Jahr 2006 an die Spitze von BMW gerückt. Reithofer wird den Vorstand im Alter von 58 Jahren verlassen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke