VDA Matthias Wissmann

Wie lange bleibt Matthias Wissmann VDA-Chef? Er muss wohl seinen Posten räumen. - Bild: Auto-Medienportal.Net/Manfred Zimmermann

Nach über zehn Jahren an der Spitze des Verbandes der Automobilindustrie steht Wissmann wohl vor dem Aus. Seine Demission solle nach der Bundestagswahl erfolgen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstag und beruft sich dabei auf Industriekreise.

Daimler-Chef Zetsche soll Nachfolge koordinieren

Ein Nachfolger sei noch nicht gefunden. Den soll aber nun Daimler-Chef Zetsche finden beziehungsweise die Suche nach dem neuen VDA-Boss koordinieren. Nach der Bundestagswahl und der IAA in Frankfurt, die ebenfalls im September stattfindet, wollten die Führungen von Daimler, BMW und VW einen personellen und inhaltlichen Neuanfang für die weitere Debatte über Verbrennungsmotoren und mögliche Fahrverbote.

Derweil lehnte Innenminister Thomas de Maiziere in einem Interview der "Heilbronner Stimme" generelle Fahrverbote ab - trotz des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte.

Der gute Ruf Deutschlands dürfe nicht gefährdet werden, ergänzte der CDU-Politiker: "Made in Germany ist ein Markenname und darf nicht verbunden werden mit Betrug und Täuschung."

Differenzen zwischen VDA und Autobauern

Im Zuge der Diesel-Affäre war es zu internen und teils in der Öffentlichkeit ausgetragenen Differenzen zwischen der VDA-Spitze und nicht zuletzt auch mit Daimler-Boss Zetsche gekommen. Im Zusammenhang mit den Kartellvorwürfen gegen die deutschen OEMs hatte Chef-Lobbyist Wissmann einen Kulturwandel in der Branche sowie eine "Null-Fehler-Toleranz" gefordert. Daraufhin hatte Zetsche erklärt, er sei "überrascht über diese Stellungnahme."

Wissmann steht bereits seit 2007 an der Spitze des VDA. Der Vertrag des früheren CDU-Ministers und Ex-Parlamentariers war erst im November 2016 um zwei weitere Jahre verlängert worden.

Daimler widerspricht Ablösung

Der Automobilkonzern Daimler hat einem Bericht widersprochen, wonach die Autoindustrie den Chef ihres Lobbyverbandes ablösen will. "Von einer Ablösung Matthias Wissmanns kann keine Rede sein", erklärte nun Daimler-Sprecher Jörg Howe am Donnerstag. Der frühere Bundesminister Wissmann ist seit zehn Jahren Präsident des mächtigen Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und verfügt über beste Kontakte in die Bundesregierung.