Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche ist zu einer Verlängerung seines noch bis Ende des Jahres 2016

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche ist zu einer Verlängerung seines noch bis Ende des Jahres 2016 laufenden Arbeitsvertrags bereit. Zetsche führt den Autohersteller durch die momentane Chinakrise und lässt sich nicht beeindrucken. - Bild: Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche gibt sich völlig unbeeindruckt von den Aussichten auf ein nachlassendes Wachstum des chinesischen Automobilmarkts. Er kenne die entsprechenden Prognosen, sagte Zetsche am Montag vor Journalisten in Schanghai.

Daimler selbst erkenne aber keine Anzeichen für ein schrumpfendes Wachstum der eigenen Auslieferungen in China.

“Wir fühlen das Gegenteil”, sagte Zetsche. Auch registriere der Premium-Autohersteller keinen Margendruck. Den Anteil der in chinesischen Fabriken hergestellten Fahrzeuge wollen die Daimler-Verantwortlichen vor dem Hintergrund noch steigern. Auch das Händlernetz in China soll weiter wachsen.

Zielsetzung von Daimler

Es gelte das Ziel, “sehr bald” rund zwei Drittel der in China verkauften Fahrzeuge in dem Land zu produzieren, sagte der China-Vorstand des Konzerns, Hubertus Troska. Derzeit liege der Anteil bei rund 55 Prozent. Dazu beitragen soll ein Erfolg des SUV-Modells GLA, das Daimler seit wenigen Tagen in Peking produziert. In dem Werk stellt der Konzern außerdem Autos der E- und der C-Klasse sowie den GLK her. Das SUV-Segment ist in China jüngst schnell gewachsen. Es werde voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen, sagte Troska.

Daimlers ungebrochener Erfolg in China steht im Kontrast zu BMWs zurückhaltenden Meldungen aus dem Land. Während Daimler die eigenen Auslieferungen in China in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 16,6 Prozent steigerte, muss BMW mit schrumpfenden Wachstumsraten in China umgehen. Der Münchener Hersteller lieferte im ersten Quartal in China nur 6,5 Prozent mehr Fahrzeuge aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Grund für Daimlers Erfolg im bevölkerungsreichsten Land müsse in den Produkten des Konzerns liegen, sagte Konzernchef Zetsche in Schanghai.

Steigerung der Händler

Die Daimler-Verantwortlichen wollen angesichts dessen die Zahl ihrer Händler in China in diesem Jahr um 50 auf rund 500 steigern, wie Troska sagte. Jüngst habe Daimler vor allem Händler in Städten außerhalb der größten Metropolen hinzugewonnen. Gleichwohl sei die Bedeutung der Riesenstädte wie Schanghai und Peking weiter groß. In absoluten Zahlen sei dort das Wachstum noch immer am größten.

Im Gegensatz zu BMW sieht Daimler in China nach Worten von Zetsche auch keine Verschiebung der Nachfrage hin zu weniger ertragreichen kleineren Modellen. Zwar hielten sich chinesische Käufer derzeit damit zurück, ihren Reichtum zur Schau zu stellen, sagte Troska. Daimler sei darauf aber gut vorbereitet. Der Konzern setze auf Understatement. Selbst der Super-Luxus-Wagen Maybach passt für Troska wegen seiner Unauffälligkeit zum chinesischen Markt.

Auch der China-Vorstand rechnet damit, dass Daimlers Absatzwachstum in China das Wachstum des chinesischen Automarkts weiter deutlich übertrifft. Er sehe gute Chancen, dass der Premiummarkt schneller wachse als der Gesamtmarkt, sagte Troska. “Und wir wollen den Premiummarkt noch übertrumpfen”, fügte er hinzu.

Verlängerung für Daimler-Chef Zetsche

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche ist zu einer Verlängerung seines noch bis Ende des Jahres 2016 laufenden Arbeitsvertrags bereit.

Es sei davon auszugehen, dass Aufsichtsratschef Manfred Bischoff einen solchen Vorschlag nicht gemacht hätte, “wenn fraglich wäre, dass ich ihn akzeptiere”, sagte Zetsche am Montag am Rande der Automobilmesse in Schanghai. Bischoff hatte bei der Daimler-Hauptversammlung Anfang April in Aussicht gestellt, Zetsches Vertrag um weitere drei Jahre zu verlängern.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht