Paul Achleitner

Paul Achleitner erhielt der Studie zufolge im vergangenen Jahr eine Gesamtvergütung von 808.333 Euro, was 1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres liegt. - Bild: Deutsche Bank

Im Durchschnitt liegt die Vergütung eines Chefkontrolleurs bei 356.000 Euro, das ist ein Rückgang um 8,7 Prozent, wie aus der Berechnung der Unternehmensberatung HKP hervorgeht. Es ist der erste Vergütungsrückgang seit dem Krisenjahr 2009. Den aktuellen Spitzenwert bei den Gesamtvergütungen hält der Deutsche-Bank-Aufsichtsratsvorsitzende.

Paul Achleitner erhielt der Studie zufolge im vergangenen Jahr eine Gesamtvergütung von 808.333 Euro, was 1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres liegt. Im internationalen Vergleich rangiere Achleitner damit auf Platz 16. Den bisherigen Rekordwert einer Aufsichtsratsvergütung in Deutschland hatte 2014 der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen mit 1,48 Millionen Euro Gesamtvergütung markiert. VW hat die Veröffentlichung der Geschäfts- und Vergütungszahlen auf den 28. April 2016 verschoben und ist somit nicht in der Analyse berücksichtigt.

Annäherung an Vorstandsvergütung gestoppt

An zweiter Stelle hinter Achleitner folgt der Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens, Gerhard Cromme. Seine Gesamtvergütung sank ebenfalls um 1 Prozent auf nun 608.000 Euro.

"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die in den zurückliegenden Jahren erfolgte zaghafte Annäherung von Aufsichtsrats- und Vorstandsvergütung gestoppt ist", erklärte HKP-Senior-Partner Joachim Kayser. Dies sei problematisch, da professionelle Aufsichtstätigkeit eine entsprechende Vergütung voraussetze -- und diese schließe auch Bezüge ein, die der Aufgabe gerecht würden. "Davon sind wir bei den Aufsichtsräten in Deutschland in der Breite noch weit entfernt", so Kayser, der in seine Einschätzung auch börsennotierte Unternehmen außerhalb des DAX-Index einschließt.

Trend zu reiner Festvergütung

Den Grund für den Rückgang der Vergütungen von DAX-Aufsichtsratsvorsitzenden sieht die Unternehmensberatung insbesondere in dem fortschreitenden Trend zu einer reinen Festvergütung - samt gestärkter Ausschussvergütung. "Bereits 17 DAX-Unternehmen sehen für 2015 ausschließlich fixe Vergütungselemente für ihre Aufsichtsräte vor", heißt es in der Studie. Nach aktuellen Hauptversammlungsbeschlüssen gehörten ab 2016 bzw. 2017 auch Infineon, Commerzbank sowie Fresenius Medical Care zu diesem Kreis der Unternehmen.

Im Vergleich zu 2014 sei die durchschnittliche Fixvergütung der DAX-Aufsichtsratsvorsitzenden um gut 4,2 Prozent auf nun 223.000 Euro gestiegen. Von 2006 bis 2015 legten die Festvergütungen insgesamt um 139 Prozent bzw. 10,1 Prozent pro Jahr zu. Gleichzeitig habe die Ausschussvergütung an Bedeutung gewonnen: Diese ist laut HKP seit 2006 um 150 Prozent bzw. 12,1 Prozent pro Jahr gestiegen.

Vergütung krisenfest und schwankt weniger

"Die Vergütung von Aufsichtsräten wird zwar krisenfest, aber sie schwankt auch weniger mit dem wirtschaftlichen Erfolg", erklärt HKP-Senior-Managerin Regine Siepmann. "Bei einer gleichzeitigen Tendenz zu höheren variablen Vergütungsanteilen bei den Vorständen werden wir zukünftig wieder eine weiter klaffende Schere zwischen der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung sehen." Laut Studie liegt der Abstand zwischen den durchschnittlichen Bezügen eines Vorstands- und eines Aufsichtsratsvorsitzenden bei dem rund 14-Fachen.

Die DAX-Vorstandsvorsitzenden haben 2015 mit durchschnittlich 5,86 Millionen Euro rund 1 Prozent weniger als im Jahr zuvor verdient. Allerdings fehlten bei der Berechnung ebenfalls die Daten von Volkswagen. Auf Basis der Angaben aus den 29 bereits vorliegenden Vergütungsberichten erhielten die Vorstandschefs im Mittel gut 6 Prozent mehr Geld als 2014, hieß es in der Studie von HKP von Ende März

Top-Manager gehören zu den Top-Verdienern

  • Platz 10: Bill McDermott (SAP) mit 5,07 Millionen Euro. - Bild: SAP

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  • Platz 9: Heinrich Hiesinger (Thyssenkrupp) mit 5,18 Millionen Euro. - Bild: Thyssenkrupp

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  • Platz 8: Elmar Degenhart (Continental) mit 6,22 Millionen Euro. - Bild: Continental

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  • Platz 7: Marjin Dekkers (Bayer) mit 6,66 Millionen Euro. - Bild: Bayer

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  • Platz 6: Joe Kaeser (Siemens mit 6,68 Millionen Euro. - Bild: Siemens

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  • Platz 5: Norbert Reithofer (BMW) mit 7,53 Millionen Euro. - Bild: BMW Group

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  • Platz 4: Kasper Rorsted (Henkel) mit 7,66 Millionen Euro. - Bild: Henkel

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  • Platz 3: Kurt Bock (BASF) mit 7,80 Millionen Euro. - Bild: BASF

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  • Platz 2: Dieter Zetsche (Daimler) mit 14,22 Millionen Euro. - Bild: Daimler

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  • Platz 1: Martin Winterkorn (Volkswagen) mit 15,86 Millionen Euro. - Bild: VW

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