Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch (re.) gilt im Machtkampf bei VW als angeschlagen. Nun droht

Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch (re.) gilt im Machtkampf bei VW als angeschlagen. Nun droht ihm sogar selbst die Entmachtung. - Bild: VW

Einem Medienbericht zufolge droht nach dem vorerst verlorenen Machtkampf gegen VW-Chef Winterkorn nun Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch selbst die Entmachtung.

Wie das Nachrichtenmagazin “Focus” berichtete, schwindet wohl die Unterstützung im Aufsichtsrat. Sogar ein Rücktritt des Aufsichtsratschefs scheint nicht mehr ausgeschlossen.

“Die Mehrheit ist gegen Piëch”, sagte ein Aufsichtsrat gegenüber der “Bild am Sonntag”. Neben den zehn Arbeitnehmervertretern wollen auch die jeweils beiden Aufsichtsräte Niedersachsens und der Porsche-Familie den Patriarchen abwählen. Das sind 14 der insgesamt 20 Aufsichtsräte. “Der Alte muss weg”, umschreibt ein Mitglied des Gremiums die Stimmung gegen Piëch.

Als Reaktion auf die Berichte wiesen sowohl die Arbeitnehmerseite als auch das Land Niedersachsen solche Stürzungsabsichten allerdings entschieden zurück.

Ein Putsch gegen Piëch wäre eine Revolution, schrieb das “Handelsblatt” am Sonntag. Gilt doch Piëch als uneingeschränkter Herrscher bei Europas größtem Autobauer, der seine Widersacher stets aus dem Weg räumte. Doch diesmal könnte er zu weit gegangen sein. Denn Winterkorn setzte sich zur Wehr und mobilisierte seine Truppen, nachdem Piëch ihn öffentlich angegriffen hatte.

Rückendeckung für Piech und Winterkorn

Seit der Entscheidung des Präsidiums des Konzernaufsichtsrats für einen Verbleib von VW-Chef Winterkorn gilt der Patriarch im Machtkampf bei VW als angeschlagen. Nun aber erhält der Aufsichtsratschef Rückendeckung von Berthold Huber. Der Ex-IG-Metall-Chef sagt: “Es gibt keinen Grund, den Rücktritt von Dr. Piëch zu betreiben.”

Huber, der als amtierender Vize-Vorsitzender im Aufsichtsrats-Präsidium des Autobauers sitzt, betonte: “Wir haben die feste Absicht, mit Dr. Piëch und Dr. Winterkorn den erfolgreichen Weg von Volkswagen auch in Zukunft fortzusetzen.”

Ähnlich äußerten sich das Land Niedersachsen und der VW-Betriebsrat. Ministerpräsident Stephan Weil ließ durch eine Sprecherin mitteilen, dass er an der erfolgreichen Zusammenarbeit sowohl mit dem Vorstandsvorsitzenden des Konzerns als auch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden festhalten wolle.

Fokus/Bild am Sonntag/Guido Kruschke