Guo Guangchang

Der chinesische Star-Investor Guo Guangchang ist verschwunden. Der Milliardär, den Medien als Warren Buffett Chinas bezeichnen, ist seit Donnerstagmorgen nicht mehr zu erreichen. Bild: Jing Daily/Fosun

Neben der Fosun-Aktie selbst wurde auch der Handel mit mindestens fünf Tochtergesellschaften ausgesetzt.

Guo ist einer der bekanntesten Investoren im Reich der Mitte. Der Manager hat aus Fosun ein weitverzweigtes Konglomerat gemacht. Sein persönliches Vermögen wird auf umgerechnet 7 Milliarden Euro geschätzt. In Deutschland ist Fosun mit gut 23 Prozent größter Einzelaktionär der Modekette Tom Tailor. Auch am Touristikunternehmen Club Med ist Fosun beteiligt.

Wegen seines Erfolgs und seines Reichtums wird der Investor auch als "Warren Buffett Chinas" bezeichnet. Guo ist nun aber unauffindbar. Das renommierte Finanzmagazin Caixin schrieb, er sei von der Polizei am Flughafen in Schanghai abgeführt worden. Dabei ist jedoch unklar, ob er selbst verhaftet wurde oder für eine Befragung im Zuge von Ermittlungen gegen Dritte gebraucht wird. Das Mobiltelefon des Investors war abgeschaltet, bei Fosun war keine Stellungnahme zu dem Verschwinden des Verwaltungsratsvorsitzenden zu erhalten.

Das Verschwinden von Geschäftsleuten ist in China meist ein ungutes Zeichen. Es gibt ein Sprichwort in China: Wichtigste Regel sei, nicht verhaftet zu werden. Zweitwichtigste Regel sei, die erste Regel nicht zu vergessen. Nach der Verhaftung von Managern war es auch bei anderen börsennotierten Unternehmen oft deutlich abwärts mit den Kursen der jeweiligen Aktie gegangen.

Fosun hält in China Beteiligungen in zahlreichen Branchen, darunter, Stahl, Immobilien, Einzelhandel und Finanzdienstleistungen. In Europa gehört neben Club Med auch der griechische Juwelierkette Folli Follie zum Portfolio des Chinesen.

Guo ist in China Sinnbild für die unbegrenzten Möglichkeiten. Er wuchs arm auf einem Bauernhof auf, erhielt dann aber eine Ausbildung an der Universität, bevor er zum viertreichsten Menschen des Landes aufstieg. Er hielt dabei stets engen Kontakt zur politischen Führung des Landes, wo er auch einige Funktionen übernahm. Er wurde gerne als Vertreter der Wirtschaft zu politischen Veranstaltungen eingeladen, so etwa beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Oktober in China.