Rittal
Rittal - ein Unternehmen der Friedhelm Loh Group. - Bild: Rittal

Vierzig Jahre später ist Rittal nach eigenen Angaben Weltmarktführer mit Schaltschränken und der Schaltschrankklimatisierung im Steuerungs- und Schaltanlagenbau, beschäftigt über 10.000 Menschen und gehört zur inhabergeführten Friedhelm Loh Group.

Die Unternehmensgruppe ist laut Mitteilung international erfolgreich, bekannt nicht nur für hochwertige Produkte, sondern auch für richtungsweisende Technologien. Sei die Idee der Standardisierung anfangs noch belächelt worden, habe sie in nur wenigen Jahren den internationalen Steuerungs- und Schaltanlagenbau revolutionierte.

Heute kämen Rittal Produkte in allen Branchen zum Einsatz, u.a. in der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der IT- und Telekommunikationstechnik, der Chemie- oder der Nahrungsmittelindustrie und der Energietechnik.

Das liege auch daran, dass Dr. Friedhelm Loh sich mit dem Erfolg standardisierter Schaltschränke nicht zufrieden gab. "Stillstand ist Rückschritt", lautet ein gern verwendetes Zitat des Unternehmers. Statt singulären oder reihenmontierten Schaltschränken könnten Kunden ihre Fabriken heute mit kompletten Rittal Systemen ausstatten.

Die Wertschöpfungskette der Gruppe werde durch das eigene Stahlservice Center Stahlo und den Kunststoffspezialisten LKH erweitert. Stahlo und LKH liefern und fertigten heute nur den kleineren Teil für den Eigenbedarf, vielmehr sei das Geschäft auf namhafte Automobilunternehmen, die Elektroindustrie oder den Bausektor ausgeweitet worden.

Dass IT und Software den leidenschaftlichen Unternehmer seit jeher als Zukunftstechnologie faszinieren, belegt laut Rittal sein früher Einstieg in die digitale Elektroplanung. Als die Symbiose von IT und Industrie noch in den Kinderschuhen gesteckt sei, sei Loh beim Software Unternehmen Eplan eingestiegen. 1986 sei so das Jahr der beginnenden Digitalisierung der Steuerungen im Schaltschrank geworden.

Anerkennung aus Industrie, Wirtschaft und Politik

Gut vernetzt in Verbänden, Politik und Wirtschaft gestalte Dr. Friedhelm Loh den gesellschaftlichen Wandel: "Seine Stimme ist klar, ist vernehmlich und sie wird – auch in der Politik – gehört!", so der geschäftsführende Gesellschafter des Steckerherstellers Walter Mennekes, Weggefährte des Jubilars.

Bei der Verabschiedung Friedhelm Lohs nach seiner 8-jährigen Präsidentschaft des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) vor zwei Jahren sei deutlich geworden: Der Verband will nicht auf Friedhelm Loh verzichten und ernennt ihn zum Ehrenpräsident auf Lebenszeit.

Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens, betont den Beitrag Lohs für die deutsche Elektroindustrie und zollt ihm Anerkennung für seine Forderung nach Schnelligkeit bei der Gestaltung gesellschaftlicher Veränderung: "Wer stehen bleibt, wird überholt."

Joe Kaeser Siemens
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens. - Bild: Siemens

"Neugierige Macher und Initiatoren wie Sie bestärken uns in der Gewissheit, die vor uns liegenden Herausforderungen meistern zu können", betonte jüngst Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Chemnitz an Friedhelm Loh. Und US-Präsident Barack Obama verkürzte seine Einschätzung über das von Loh und seinen Mitarbeitern Geschaffene auf der diesjährigen Hannover Messe auf "This is a fine company!"

Veränderung mitgestalten

Die Gründung der Loh Academy habe der damals 55-Jährige aus der festen Überzeugung beschlossen, dass Bildung und lebenslanges Lernen die Basis für Arbeit und damit für ein erfülltes Leben sei. Mittlerweile nähmen mehr als 2.400 Mitarbeiter jährlich an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Loh sei auch Mitinitiator von Studium Plus und investiere in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter rund 10 Millionen Euro im Jahr.

Arbeit geben als Basis

Neben der Unterstützung zahlreicher sozialer und christlicher Einrichtungen in der Region gebe Dr. Loh fortwährend Impulse im Rahmen seines christlichen Selbstverständnisses und seiner unternehmerischen Verantwortung: "Wir sind der größte Arbeitgeber der Region und tragen eine Verantwortung für das Umfeld, in dem wir leben und arbeiten", sagt er. Umso mehr, als er mit großer Dankbarkeit auf die eigenen Eltern, die Familie, und die beispielhafte Arbeit der Mitarbeiter blicke.

Bereits im Frühjahr 2015 bringt er ein wegweisendes Pilotprojekt zur Qualifizierung von Flüchtlingen auf den Weg. Als eines der ersten Unternehmen bundesweit bietet die Friedhelm Loh Group jungen Flüchtlingen strukturierte Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten. Das Projekt ist bis heute Vorbild zahlreicher Initiativen zur Integration. Konsequenterweise ist er Stifter des Lehrstuhls für Flucht und Asyl an der CVJM Hochschule Kassel.

"Sie sind durch und durch ein Macher, der Veränderungen mitgestaltet", so Dr. Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI): "Wo andere Risiken sehen, da erkennen Sie Chancen." Als Beweis dafür führt die Mitteilung die Entscheidung an, bei Rittal über 250 Millionen Euro in die Neuausrichtung und Digitalisierung der Produktionslandschaft in Deutschland zu stecken und bei Stahlo 30 Millionen Euro in ein neues Stahlservice Center in den östlichen Bundesländern. In Summe die größten Investitionen in der Unternehmensgeschichte.

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