Kasper Rorsted

Kasper Rorsted wird mit Wirkung zum 1. August 2016 Vorstandsmitglied bei Adidas und übernimmt den Chefposten zum 1. Oktober. - Bild: Henkel

Er wird damit Nachfolger des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Herbert Hainer.

Rorsted werde mit Wirkung zum 1. August 2016 Vorstandsmitglied bei Adidas und übernehme den Chefposten zum 1. Oktober, hieß es. Der 61-jährige Hainer werde damit sein Mandat vor Ablauf seines Vertrages Ende März 2017 niederlegen. Zuvor hatte Henkel mitgeteilt, Rorsted werde zum 30. April das Unternehmen verlassen.

Neuer Henkel-Chef soll Hans Van Bylen werden, der derzeit das Geschäft mit Kosmetik und Körperpflege verantwortet. Über den Nachfolger Van Bylens werde zu gegebener Zeit entschieden, hieß es. Van Bylen ist ein Henkel-Gewächs. Der 54-jährige Belgier ist seit über 31 Jahren im Henkel-Konzern.

Der Aktienmarkt quittiert die Personalrochade mit kräftigen Kursgewinnen für Adidas, während das Henkel-Papier deutlich verliert.

Bereits seit Jahren kursieren Personalspekulationen um den 53-jährigen Dänen Rorsted, der mit seiner Familie in München lebt und begeisterter Sportler und Fußball-Fan ist. Vor den Adidas-Spekulationen soll er angeblich ebenso als Nachfolger von Wolfgang Reitzle als Linde-Chef im Gespräch gewesen sein wie auch als neuer Chef des Industriekonzerns ABB.

Rorsted 'perfekter Kandidat' für Hainer-Nachfolge

Adidas-Aufsichtsratschef Igor Landau nannte Rorsted nun einen "perfekten Kandidaten" für die Nachfolge Hainers, der Adidas seit März 2001 führt und damit so lange wie kein anderer DAX-Chef im Amt ist. Rorsted gilt als zupackend und kann bei Henkel auf eine äußerst erfolgreiche Bilanz verweisen: Seit 2005 im Unternehmen hat er seit seinem Amtsantritt 2008 den als verstaubt geltenden Düsseldorfer Traditionskonzern umgekrempelt und auf Rendite getrimmt. Die Investoren applaudierten: In seiner Zeit als Vorstandschef schaffte Rorsted es, den Wert des Konsumgüterkonzerns mehr als zu verdreifachen.

Bei Adidas tritt Rorsted in große Fußstapfen. Die Über-Figur Hainer führte den Konzern damals aus einer großen Krise heraus. Der Umsatz wurde unter seiner Führung verdreifacht, der Gewinn vervierfacht. Der Wert des Unternehmens stieg von drei auf 18 Milliarden Euro.

Bereits im Frühjahr 2014 war jedoch klar, dass Adidas auf der Suche nach einem Nachfolger war. Hainer verlängerte seinen Vertrag nochmals um zwei Jahre - allerdings nur, um in der Zeit einen geeigneten Nachfolger aufzubauen. Spätestens Ende März 2017 sollte Schluss sein.

Danach trübten deutliche Kratzer das Hainer-Bild. Eine Gewinnwarnung im Sommer 2014, ausgelöst durch Probleme in Russland und Verlusten im Golf-Geschäft, sowie eine schlechte Entwicklung im Nike-Heimatmarkt Nordamerika - beschädigten das Bild des ewigen DAX-Chefs erheblich. Sogar Rücktrittforderungen wurden laut - schwer zu verdauen für den sonst so erfolgreichen Hainer. Die Nachfolgediskussion entbrannte in ungewohnter Schärfe.