Hermann O. Franz,Siemens,tot,gestorben

Hermann O. Franz ist gestorben. - Bild: Siemens

Gerhard Cromme, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siemens AG, würdigte Franz, der mehr als 40 Jahre für Siemens tätig war, als eine der für das Unternehmen prägenden Persönlichkeiten der Nachkriegsgeschichte. "Hermann Franz hat die Siemens AG bis zu seinem Ausscheiden als Vorsitzender des Aufsichtsrates 1998 über viele Jahre entscheidend mitgestaltet. So übernahm er beispielsweise 1988 die Leitung der Zentralabteilung Unternehmensplanung und -entwicklung. In dieser Funktion war er verantwortlich für die damalige Neuformierung der Siemens AG. Hermann Franz hat sich um Siemens sehr verdient gemacht. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, sagte: "Die Siemens-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter gedenken ihres langjährigen Vorstands und Aufsichtsratsvorsitzenden Hermann Franz. Er war dem Unternehmen bis zuletzt sehr verbunden und stets ein zuverlässiger Ratgeber. In großer Dankbarkeit und tiefem Respekt verneigen wir uns vor einer überragenden Persönlichkeit und einem bedeutenden Lebenswerk."

Nach dem Studium der Elektrotechnik in Karlsruhe hatte der gebürtige Gelsenkirchener Franz seit 1957 bei den damaligen Siemens Schuckert Werken in Essen als Vertriebsingenieur gearbeitet. In den folgenden Jahren war er in verschiedenen leitenden Funktionen tätig, unter anderem als Geschäftsbereichsleiter für die Grundstoffindustrie, Leiter der Siemens Gesellschaften in Iran und als Leiter der Zentralverwaltung Ausland.

1980 rückte er schließlich in den Vorstand des Unternehmens auf, 1985 übernahm er die Leitung des Unternehmensbereiches Installations- und Automobiltechnik, 1988 zusätzlich die der Zentralabteilung Unternehmensplanung und -entwicklung. In dieser Funktion zeichnete er verantwortlich für die grundlegende Reform der Organisationsstruktur der Siemens AG von 1989, die sich über mehr als eineinhalb Jahrzehnte in Zeiten der Deregulierung und Globalisierung als tragfähig erwies.

Neben seiner Arbeit engagierte sich Franz intensiv für die Förderung von Wissenschaft und Forschung. So war er von 1998 an Vorsitzender des Wissenschaftlich Technischen Beirats der Bayerischen Staatsregierung, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bayerischen Forschungsstiftung und Vorsitzender des Stiftungsrates der Bayerischen Eliteakademie. Für sein Engagement wurde er unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden, der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg sowie der Ehrendoktorwürde der Universität Erlangen und der Universität Braunschweig ausgezeichnet.

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