Karl-Thomas Neumann,Opel,PSA

Plötzlich ging alles sehr schnell: Opel-Chef Karl-Thomas Neumann räumt seinen Posten. - Bild: Opel

Neumanns Nachfolge tritt der bisherige Finanzvorstand Michael Lohscheller an, der vom Aufsichtsrat ebenfalls am Montag bestellt wurde.

Damit werde die Kontinuität für das Geschäft sowie ein nahtloser Übergang des Unternehmens an den französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen gesichert.

Der Opel-Aufsichtsrat hat Michael Lohscheller, seit September 2012 Chief Financial Officer und Geschäftsführer Finanzen, als neuen Opel-Chef bestellt. - Bild: Opel
Der Opel-Aufsichtsrat hat Michael Lohscheller, seit September 2012 Chief Financial Officer und Geschäftsführer Finanzen, als neuen Opel-Chef bestellt. - Bild: Opel

Neumann bleibe Mitglied der Geschäftsführung, bis der Verkauf von Opel/Vauxhall an die PSA-Gruppe abgeschlossen sei. Die Unterzeichnung des im März angekündigten Verkaufs durch den amerikanischen Mutterkonzern General Motors wird bis zum Herbst erwartet.

Lohscheller ist seit 2012 im Opel-Vorstand, seit knapp drei Jahren Finanzchef in der Opel Group GmbH. Bevor er nach Rüsselsheim kam, war er Finanzchef von VW of America, davor war der gelernte Diplom-Kaufmann bei Jungheinrich, Daimler und Mitsubishi Europa tätig.

Neumanns Zukunft noch offen

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte zuvor aus Kreisen über die Personalie berichtet. Laut der Zeitung sieht Neumann den Zusammenschluss mit PSA als strategisch richtigen Schritt an. Er habe jedoch Sorge, ob die Franzosen die einschneidende Wirkung der Elektromobilität richtig erkennen. Neumann habe Opel zu einem reinen Anbieter von Elektroautos umbauen wollen. Auch scheine die Chemie zwischen Neumann und dem Vorstandsvorsitzenden von PSA, Carlos Tavares, nicht zu stimmen, schrieb die Zeitung.

Neumann selbst erklärte, dass er sich zunächst voll auf den Abschluss der GM-PSA-Transaktion konzentrieren und anschließend die Zeit nehmen will, über seine persönlichen nächsten Schritte zu entscheiden.

Spekuliert wird über eine Rückkehr in den VW-Konzern. Bereits Ende 2016 wurden Spekulationen laut, Neumann könnte Rupert Stadler als Audi-Chef ablösen. Seine Aufgabe bei Opel sei "spannend", sagte Neumann. "Ich weiß nicht, warum ich für alle möglichen Nachfolgen gehandelt werde."

6.500 Jobs sind bei Opel in Gefahr

Die Übernahme von Opel durch PSA ist durch. Die Franzosen planen Effizienzsteigerungen beim Rüsselsheimer Autobauer, sprich Abbau von Überkapazitäten und Doppelfunktionen. Das könnte tausende Jobs bei Opel kosten.

Das geht aus einer Analyse des CAR-Instituts der Uni Duisburg-Essen unter Leitung von Prof. Ferdinand Dudenhöffer hervor. Bedroht seien Arbeitsplätze im Einkauf, der Produktion, im Sales und Marketing sowie in der Verwaltung. mehr...