Wiedeking Härter

Die Ex-Porsche-Vorstände Wendelin Wiedeking (li.) und Holger Härter (re.) können aufatmen. Ihr Freispruch wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation ist nun rechtskräftig. - Bild: United Pictures

Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Donnerstag mitteilte, hat sie ihre Revision gegen das Urteil des Landgerichts Stuttgarts zurückgenommen.

Die Ermittlungsbehörde begründet diesen Schritt mit zu geringen Erfolgsaussichten vor der nächst höheren Instanz, dem Bundesgerichtshof (BGH). "Aufgrund der beschränkten Möglichkeiten des Revisionsrechts" sei das Urteil durch den BGH nur eingeschränkt überprüfbar, hieß es in der Mitteilung weiter. Allein die abweichende Würdigung der Beweismittel reiche für eine erfolgreiche Anfechtung des Urteils im Rahmen der Revision eben nicht aus. Grundsätzlich halte die Staatsanwaltschaft an ihrer Beweiswürdigung und der damit verbundenen Rechtsauffassung während des Prozesses jedoch fest, hieß es in der Mitteilung weiter.

Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking freute sich über die Entscheidung. "Gegen mich ist fast sieben Jahre mit einem unglaublich hohen Aufwand ermittelt worden. Die Verhandlung vor dem Landgericht und eine in jeder Hinsicht umfassende Beweisaufnahme dort haben gezeigt, dass an all diesen Vorwürfen nichts - aber auch gar nichts - dran war", ließ Wiedeking über einen Sprecher mitteilen. Das Urteil des Landgerichts sei eindeutig. "Ich bin froh und erleichtert, dass dieses Verfahren nun seinen rechtskräftigen Abschluss gefunden hat", sagte er weiter.

Im März hatte das Landgericht Stuttgart die beiden Ex-Porsche-Manager sowie die Porsche SE vom Vorwurf der Marktmanipulation während der verpatzten VW-Übernahme im Jahr 2008 freigesprochen.

"An dem Vorwurf ist absolut nichts dran. Weder vorne, noch hinten und auch nicht in der Mitte", hatte damals der vorsitzende Richter Frank Maurer in seiner Urteilsbegründung gesagt. Es habe "zwingend" zu einem Freispruch kommen müssen. Die Staatsanwaltschaft habe ihre Überzeugung allein aus den Akten entnommen, solche Beweise rechtfertigten jedoch keine Verurteilung. Eine Verurteilung sei in diesem Fall "unter keinen rationalen Gesichtspunkten" denkbar gewesen, hatte der Maurer weiter gesagt.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Managern vorgeworfen, während des Volkswagen-Übernahmepokers im Jahr 2008 den Markt in die Irre geführt und den VW-Aktienkurs manipuliert zu haben. Die Staatsanwaltschaft forderte deshalb mehrjährige Haftstrafen und Geldbußen für die Ex-Porsche-Manager. Die Porsche SE sollte zudem nach dem Willen der Ermittler mehr als 800 Millionen Euro zahlen.