Wendelin Wiedeking

Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (li.) und sein damaliger Finanzchef Holger Härter (re.) müssen sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Stuttgart wegen des Vorwurfs der informationsgestützten Marktmanipulation im Zuge der verpatzten VW-Übernahme durch Porsche verantworten. - Bild: United Pictures

"Ich habe mir in der Sache nichts vorzuwerfen und bin davon überzeugt, von den haltlosen Vorwürfen freigesprochen zu werden", sagte Wiedeking am Ende seiner knapp eineinhalbstündigen Stellungnahme.

Wiedeking und sein damaliger Finanzchef Holger Härter müssen sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Stuttgart wegen des Vorwurfs der informationsgestützten Marktmanipulation im Zuge der verpatzten VW-Übernahme durch Porsche verantworten. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass die beiden Ex-Manager bewusst falsch über die VW-Übernahmepläne von Porsche informiert haben. Sie hätten dadurch die Anleger getäuscht und den VW-Kurs manipuliert.

Es geht dabei auch um die Frage, wann Wiedeking und Härter mit dem Aufsichtsrat beschlossen haben, den Volkswagen-Konzern zu übernehmen. Bereits 2005 hatte der Sportwagenhersteller und später ab dem Jahr 2007 dann die Porsche SE, also die Beteiligungsholding der Familien Porsche und Piech, nach und nach den Anteil an Volkswagen erhöht. Die Ermittler glauben, dass die Übernahmeabsicht früher bestand als von der Porsche SE am 26. Oktober 2008 bekanntgegeben worden war. Spätestens am 3. März sei die Absicht gefasst gewesen. Mit den mehrmaligen Dementi im Anschluss habe man diesen Plan verschleiern wollen, sagte die Staatsanwaltschaft zu Beginn der Verhandlung.

Wiedeking äußerte sich umfänglich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Die Unterstellung, man habe im Vorstand bereits im Jahr 2005 die Absicht gebildet, "auf's Ganze zu gehen", stehe tatsächlich im Widerspruch zu allem, was damals gedacht und diskutiert worden sei, sagte der Ex-Porsche-Manager. "Wir waren Visionäre, aber keine Spieler", sagte er. Eine Beteiligung von Porsche an VW habe nicht nur industrieller Logik entsprochen. "Es war für den Nischenanbieter Porsche geradezu überlebenswichtig", sagte er beispielsweise mit Blick auf sich verschärfende CO2-Regularien in der EU.

Auch zu seinem Verhältnis zum Ex-VW-Patriarchen Ferdinand Piech fand Wiedeking deutliche Worte. "Die mir unterstellte Nähe zu Piech schmerzt mich richtig", sagte er unter anderem mit Blick auf die Unterstellung der Staatsanwaltschaft, Wiedeking habe sich mit Piech verschworen.